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Intervalltraining für Pferde? „Equikinetic“ von Michael Geitner

Da ich schon längere Zeit das Thema Longenarbeit mit meinem Pony wieder intensivieren wollte, mein Pony sehr gerne mit Dualgassen arbeitet und weil ich bei meinem eigenen Fitnesstraining sehr gute Erfahrungen mit Intervalltraining gemacht habe, habe ich mir neulich das Buch „Equikinetic“ von Michael Geitner gegönnt. Dabei handelt es sich um eine Longiermethode in der Quadratvolte mit klar vorgegebenen Arbeitsintervallen:

http://www.cavallo.de/pferdevideos/video-equikinetic-neues-trainings-konzept-fuer-pferde.1000414.233219.htm

Es handelt sich hierbei um dieses Buch:

http://www.amazon.de/Equikinetic-%C2%AE-Pferde-effektiv-longieren/dp/3275020099/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1432558436&sr=1-1&keywords=equikinetic

Das Buch zur „Equikinetic“ fand ich leider nur mittelmäßig. Wie immer verliert sich Michael Geitner in recht vielen persönlichen Erfahrungen und Infos zu seinen Pferden, was zwar nett ist und für mich auch deswegen interessant war, weil er auch eine Stute mit EMS/Cushing (und Arthrose) hat und es deswegen zu diesem Thema überdurchschnittlich viel Inhalt gab, aber eigentlich passt es ja nicht so richtig rein. Außerdem wird die Methode etwas zu enthusiastisch dargestellt, quasi als Problemlösung für sämtliche Pferdegesundheitsprobleme der Welt, was nun wirklich etwas übertrieben ist. Dann besteht das Buch zu 90 Prozent aus allgemeinen Infos zu Anatomie und Muskeln und Sehnen und Faszien, was zwar im Prinzip sehr interessant ist, aber auch eher nur oberflächlich betrachtet wird (zu diesen Themen gibt es bessere Pferdebücher z.B. von Gillian Higgins oder Gerd Heuschmann). Infos zur tatsächlichen Trainingsmethodik werden dann mehr oder weniger auf 2-3 Seiten abgehandelt. Dass das ausreicht liegt daran, dass die Methode im Prinzip ja nicht kompliziert ist. Trotzdem wären ein paar mehr Infos zum Trainingsplan (Intervalle und Steigerung) gut gewesen, das war doch alles etwas unstrukturiert dargestellt.

Die erste Einheit haben wir heute erfolgreich hinter uns gebracht (8 Intervalle zu 1 Min mit je 30 Sekunden Pause dazwischen) . Mit Gletta lief das auch recht problemlos (gut die Handwechsel waren noch etwas holprig), sie kennt die Arbeit in der Quadratvolte aber auch schon sehr gut (aus dem Reitunterricht und aus der normalen Arbeit mit Dualgassen). Die ersten beiden Intervalle habe ich im Schritt gemacht, danach ging’s in den Trab. Ich hatte den Eindruck, dass Gletta damit gut zurechtgekommen ist und ich das recht schnell steigern kann.

Den Vorteil dieser Longiermethode sehe ich darin, dass das Pferd die Aufgabe schnell versteht, dass das Training durch die Intervalle klar strukturiert ist und man sich nicht verzetteln kann und dass man durch die Gassen fast automatisch einen perfekten Zirkel zustande bekommt (auch wenn bei der Equikinetic eine Quadratvolte gelegt wird, longiert man einen Kreis in Innstellung, was ein Unterschied zur tatsächlichen Arbeit in der Quadratvolte ist) und man sich als Longenführer fast komplett auf die Peitschenführung und Impulse am Kappzaum konzentrieren kann. Außerdem verhindert die Quadratvolte zielloses Umherwandern des Longenführers 😉

Den Nachteil von der Arbeit in der Quadratvolte sehe ich darin, dass man immer erst die ganzen Gassen anschleppen und aufbauen muss, was bei der Kürze der Einheiten oft in etwa die gleiche Zeit in Anspruch nimmt wie das Training selber. Das ist aber natürlich eigentlich nur eine Disziplinfrage 😉

Sicher stellt sich die Frage ob Longieren auf einem kleinen Zirkel für ein Rehepferd eine gute Idee ist.

Ich habe aber in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass ruhiges Longieren in eher untertourigem Tempo und in kurzen Einheiten für die regenerierten Rehehufe auch in engen Wendungen unbedenklich zu sein scheint (deckt sich auch mit den Aussagen von Herrn Geitner). Problematisch sehe ich eher das „Zentrifugieren“ in hohem Tempo. Da ich im Moment nur einen kleinen Reitplatz oder Roundpen mit Maximal-Durchmesser 13-14 Meter zur Verfügung habe, lassen sich enge Wendungen /Kreise bei der Platzarbeit nicht ganz vermeiden. Ich arbeite mit meinem Pony nach der Devise, je kleiner der Kreis desto niedriger das Tempo und das scheint gut zu klappen. Galopp generell nur in kleinen Dosen und am Liebsten im Gelände auf Wiesenwegen geradeaus.

Ein Gedanke zu „Intervalltraining für Pferde? „Equikinetic“ von Michael Geitner“

  1. Sehr gut geschrieben, ich sehe es ähnlich. Wobei ich zwar die Vorteile dieser Art zu longieren sehe, es auf Dauer aber doch zu langweilig ist für mein Pferd.

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