Bücher

Buchtipp: „Schamlos“ von Bile und Srour

Heute möchte ich ein Sachbuch für Jugendliche vorstellen, nämlich „Schamlos“ von Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz.

Die 3 Autorinnen sind norwegische Bloggerinnen, Muslimas und Feministinnen, die gemeinsam dieses Buch für junge Mädchen geschrieben haben. Im Buch erzählen sie erstens selbst von ihren Erfahrungen darüber wie es ist als muslimisches Mädchen „mit Migrationshintergrund“ in einem westlichen Land wie Norwegen aufzuwachsen, gleichzeitig haben sie aber auch einige anonyme Geschichten (bzw. eher Kurzberichte) von anderen Mädchen aus ihren Communities aufgenommen. Abgerundet wird das Buch mit einigen Fotos aus dem Leben der Autorinnen, sehr sehr hübschen Illustrationen sowie durch Diskussionen zwischen den Dreien über Politik, Gesellschaft, „negative soziale Kontrolle“ und die sonstigen im Buch behandelnden Themen. Diese Diskussionen sind im Buch durch pinke Blasen abgebildet, was das Schriftbild sehr schön auflockert und das Gefühl eines spontanen Chats vermittelt. Generell ist das Buch sehr hübsch und und leicht lesbar gestaltet und hat mit ca. 150 Seiten eine angenehme Länge, die es sehr kurzweilig macht und sicher für die angepeilte Zielgruppe junger Mädchen auch sehr zugänglich. Ein paar wenige Geschichten waren nicht auf Anhieb verständlich wenn man nicht aus Norwegen kommt (so geht es in einem Artikel um eine norwegisches Abi-Tradition, von der ich noch nie gehört hatte und einmal um eine norwegische Fernsehserie für Teenager, diese werden aber in den Fußnoten am Ende des Buches erklärt.)

Die Geschichten und Diskussionen behandeln alle möglichen Themen wie Religion, Familienleben, Sex/Aufklärung, Mobbing, Rassismus, das Verhältnis zwischen muslimischen Jugendlichen und ihren Eltern, Schule und Politik. Viele schwierige Themen mit Zündstoff also, die im Buch aber sehr direkt und locker rübergebracht werden, so dass man nie das Gefühl hat ein „schweres“ Buch zu lesen, sondern ein sehr lebendiges und sympathisches Buch das zum Nachdenken und Debattieren anregt und außerdem eine Anlaufstelle für junge Mädchen sein will, die niemanden haben mit dem sie über solche Themen reden können.

Ich finde das Buch ist absolut lesenswert und vor allem für jeden geeignet, der sich seine Meinungen über das Leben anderer Menschen gerne anhand derer eigener Erzählungen und Erfahrungen bildet und nicht anhand seiner eigenen festgefahrenen Meinungen und Vorurteile. Von dem her ist es sicher auch ein Buch das möglichst viele erwachsene Politiker, Lehrer und sonstige Menschen lesen sollten um nicht immer nur „über“ andere Personengruppen zu diskutieren sondern mit ihnen.

Bücher

Krimi-Rezension: „Als Luca verschwand“ von Petra Hammesfahr

„Als Luca verschwand“ ist der neueste Kriminalroman von Petra Hammesfahr. Ich habe schon einige Bücher von ihr gelesen und habe sie eher als eine Autorin in Erinnerung, die in ihren Thrillern auf Hochspannung setzt. Deswegen war ich gespannt ob das Thema „ein Säugling verschwindet“ in dem neuesten Buch nicht zu reißerisch oder nervenaufreibend umgesetzt sein würde. Die Befürchtung war allerdings völlig unbegründet, denn „Als Luca verschwand“ ist definitiv kein Thriller, eigentlich noch nicht mal wirklich ein Krimi. Ich würde es am Ehesten als Familiendrama rund um einen Kriminalfall bezeichnen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Familie des 9-monatigen Luca. Dieser wird von seiner Mutter Mel bei einem Einkauf vor dem Drogeriemarkt abgestellt, während sie mit dessen 3-jährigem Bruder Einkäufe erledigt. Als sie den Laden verlässt ist Luca verschwunden. In seiner Nähe wurde eine stadtbekannte Frau gesehen, die dafür bekannt ist, dass sie kleinen Kindern Lollies schenkt und ansonsten aber als harmlos gilt. Natürlich gerät sie sofort unter Verdacht, aber auch die Mutter und Lucas Familie scheint nicht ganz koscher:
warum zum Beispiel lies Mel den Kinderwagen mit Luca unbewacht im Freien stehen? Was für Konflikte schwelen in der Familie und was hat Mels angespanntes Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter Gabi – einer schrulligen aber bekannten Krimiautorin – mit der Sache zu tun? Der ermittelnde Kommissar Klinkhammer steht zudem unter besonderem Druck, denn er kennt Gabi – die Oma des kleinen Luca – schon länger.

Das Buch hat ein eher ruhiges Erzähltempo und außerdem viele Perspektivenwechsel. Normalerweise mag ich das, allerdings fand ich es in diesem Buch fast etwas too much, da es teilweise etwas schwer war den ständigen Sprüngen zu folgen.Nach und nach werden die Motive der einzelnen Personen und die Hintergründe der belastenden Familienbeziehungen aufgedeckt. Parallel erfährt der Leser mehr von Anni, der Frau, die Luca angeblich entführt haben soll und deren tragischer Lebensgeschichte. Die Kommissare ermitteln in beide Richtungen, da völlig unklar ist wer Luca nun wirklich entführt hat.

Im Prinzip ist die Geschichte durchaus sehr interessant und ich mag eigentlich auch ruhige komplexe Geschichten, allerdings fand ichdass in diesem Roman die Hintergründe der Familienmitglieder fast ein bisschen langsam und nur häppchenweise aufgedeckt wurden, was dazu führte dass man oft nicht wirklich nachvollziehen konnte, warum einzelne Personen so irrational handelten, da man gar nicht wußte warum es Spannungen mit anderen Personen in der Familie gibt.
Auch die Handlungsweisen der Kommissare fand ich in Teilen nicht nachvollziehbar. Dass man ermittelt obwohl man wie Kommissar Klinkhammer mit der betroffenen Familie näher verbandelt ist, kommt in Romanen ja öfters vor, aber dass man deswegen auch noch Alleingänge macht und wichtige Infos nicht weitergibt, wirkte dann doch etwas zu viel des Guten. Außerdem fand ich es etwas irritierend, dass in dem Buch ein 9-monatiges Kind verschwindet und trotzdem gefühlt die Hälfte der Personen im Buch ständig mit Infos hinter dem Berg halten, obwohl sie selbst gar keinen wirklichen Grund dazu haben. Das Verschwinden von Luca bleibt deswegen auch gefühlt fast eine Nebensache.

Aus all diesen Gründen hat mich das Buch nicht so wirklich vom Hocker gerissen, auch wenn ich den Kriminalfall im Prinzip nicht uninteressant fand. Für mich ein Buch, das man zur Unterhaltung gut lesen kann, aber nicht unbedingt gelesen haben muss.

Allgemein, Bücher

Besondere Short Stories: „Cat Person“ von Kristen Roupenian

Heute möchte ich einen Kurzgeschichtenband vorstellen, der für mich wirklich aus der Masse der Bücher herausgestochen ist, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
„Cat Person“ von Kristen Roupenian ist eine Sammlung von 12 Stories. Die titelgebende Geschichte wurde ursprünglich im New Yorker veröffentlicht, über einen Internet Hype bekannt und von Feuilleton-Zeitschriften mit Lob und Superlativen geradezu überhäuft. Laut THE GUARDIAN ist „Cat Person“ 2,6 Millionen mal geteilt worden und somit die ‚meistdiskutierte Story aller Zeiten‘ (ich vermute geteilt heißt auf Twitter, was ich nicht nutze und ergo hätte ich die angeblich meistdiskutierte Story aller Zeiten schlicht überhaupt nicht mitbekommen , wäre ich nicht beim Stöbern auf den Kurzgeschichten-Band gestoßen 😉 Spannend hierbei ist, dass die Geschichte wohl wirklich viral im Internet so oft verbreitet wurde, dass die Autorin allein daraus einen millionenschweren Vertrag für den zugehörigen Kurzgeschichten-Band bekommen hat, eine Art als Schriftsteller einzusteigen, die denke ich auch heute noch eher eine Ausnahme darstellt.

Mich machen solche übertriebene Lobpreißungen allerdings meist eher etwas skeptisch und da ich in letzter Zeit sowieso eine Pechsträhne mit Büchern hatte, die mich nicht wirklich überzeugt haben, ging ich eher ohne allzu große Erwartungen an das Buch heran. Auch lese ich das Genre Kurzgeschichten eher selten. Die Frage ist also, wie fand ich das Buch: Überraschenderweise muss ich sagen, dass es mich wirklich vom Hocker gehauen hat, denn die Geschichten sind kreativ, gemein, böse, brilliant geschrieben, teilweise schockierend, irritierend, anregend und kurzweilig, oft auch witzig…wirklich bemerkenswert etwas inhaltlich und stilistisch derart auf den Punkt gebrachtes und brilliant geschriebenes als Debut herauszubringen.

Trotz meiner Lobeshymne wird das Buch vermutlich nicht für jeden etwas sein, denn es ist wie jemand anders irgendwo treffend schrieb kein „nettes“ Buch. Die Geschichten legen schonungslos die Abgründe menschlicher Begierden, Sehnsüchte und verkorkster Beziehungen offen und sind dabei auch oft noch auf eine Art und Weise gemein, die mich an Roald Dahl denken lies (obwohl die Stories vom Inhalt her eigentlich völlig anders sind und natürlich weitaus moderner).

Die „Hype-Geschichte“ Cat Person fand ich auch wirklich gelungen, darin geht es um eine junge Frau (gerade dem Teenager Alter entwachsen), die einen älteren Typen kennenlernt und nach einer spaßigen und charmanten Chat-Flirt-Arie mit ihm ins Bett steigt, nur um festzustellen, dass das reale Erlebnis doch eher ein Erwachen mit Schrecken ist, es geht um Begierde, Flirten, schlechten Sex,…trotzdem ich die Story wirklich gut fand, gibt es doch einige Geschichten, die ich zwar einerseits skurriler, aber andererseits sogar noch einen Ticken genialer fand. Die meisten Geschichten im Buch beschäftigen sich mit den Irrungen und Wirrungen von sexuellen Beziehungen zwischen Frau und Mann oder Frau und Frau, es gibt aber auch einige Geschichten in denen einen Mutter-Kind Beziehung im Vordergrund steht oder die aus Sicht eines Kindes erzählt wird.

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Krimi-Rezension: „Muttertag“ von Nele Neuhaus

„Muttertag“ ist der neueste Krimi von Nele Neuhaus aus ihrer Krimireihe mit den Kommissaren Pia Sander und Oliver von Bodenstein (wobei die Kommissarin
in den ersten Bänden noch Kirchhoff hieß und der Roman immer noch als „Kirchhoff/Bodenstein“ Krimi zum Beispiel bei Amazon aufgeführt wird). Ich habe alle oder zumindest die meisten der Bücher aus der Reihe gelesen, da meine Mutter ein Fan der Reihe ist.
So richtig begeistert hat mich bisher aber nur der Band „Schneewittchen muss sterben“, die anderen Krimis fand ich in der Regel aber solide Unterhaltung.
„Muttertag“ ist wie die meisten der Vorgängerromane ein sehr umfangreiches Buch geworden. Normalerweise mag ich dicke Schmöker (so war ich auch immer ein großer Fan der Krimis von Elizabeth George, die ja auch immer sehr dick waren). Da ich die Charaktere ihrer Bücher aber sehr lieb gewonnen hatte, hat mich das gar nicht gestört, denn mit Charakteren die man mag, möchte man als Leser ja gerne so viel Zeit wie möglich verbringen. Ein perfektes Buch ist für mich eines an dessen Ende man traurig ist, dass es schon zu Ende ist…wie sah das Lesevergnügen nun bei „Muttertag“ aus?

Am Anfang des Buches war ich eigentlich sehr zuversichtlich. Der Kriminalfall wirkte nämlich sehr vielversprechend.
Die Komissarin Pia Sander wird am Anfang des Buches in ein altes Herrenhaus gerufen, dort wurde ein alter Mann – Theodor Reifenrath- tot aufgefunden. Die Familie Reifenrath betrieb dort früher einen Mineralwasserproduktionsbetrieb, der aber schon vor Jahrzehnten Pleite ging. Danach kümmerten sich das Mordopfer und seine (inzwischen seit Jahren verschollene) Frau auf dem großen Grundstück jahrzehntelang um Pflegekinder, die aus schwierigen Verhältnissen stammten. Jetzt liegt Theo mit einer Kopfwunde tot in seinem Haus, auf den ersten Blick ist er vielleicht nur nach einem Schwächeanfall gestürzt und eines natürlichen Todes gestorben. Doch dann finden die Ermittler nicht nur den halb verhungerten Hund des Toten, sondern auch noch menschliche Knochen und die Ermittler müssen nicht nur herausfinden, ob Theo ermordet wurde, sondern auch noch was hinter den Menschenknochen steckt. Schnell stellt sich heraus, dass es in der Vergangenheit der Reifenraths so einige dunkle Flecken und „Leichen im Keller“ gibt.

Die ersten 80 Seiten des Romans waren wirklich unterhaltsam geschrieben und machten Lust auf einen komplexen und interessanten Kriminalfall. Allerdings konnte
das Buch meine Erwartungen dann leider nicht wirklich erfüllen, mich haben gleich mehrere Punkte gestört. Erstens gestaltete sich der Mittelteil des Buches leider als sehr langatmig (und mit Mittelteil meine ich leider so ca. die Seiten 100 – 500). Die Ermittler befragen unzählige Verdächtige und Personen, die man sich allein wegen der Fülle schon kaum merken kann, so richtig voran geht in der Krimihandlung aber nichts. Das ist vielleicht im Hinblick auf die Darstellung von Polizeiarbeit realistisch, aber als Unterhaltung nicht ganz so mitreißend. Zweitens gibt es neben der normalen Ermittlungsarbeit noch eine Nebenhandlung, die sich eines für mich etwas unnötigen (und noch dazu durchschaubaren) Identitätskniffes bedient…und Drittens fremdelte ich in dem Buch auch noch etwas mit den Charakteren. Oliver von Bodenstein ist zwar weiterhin sympathisch, spielt in diesem Band aber eine eher untergeordnete Rolle und bleibt blass. Pia Sander war mir in diesem Band aber irgendwie unsympathisch, da sie eine gewisse Selbstgerechtigkeit entwickelt zu haben scheint. Noch dazu zog sich durch den Roman für mich eine Tendenz zum „Victim Blaming“, was ich angesichts des heiklen Themas ziemlich unangenehm fand. Der einzige Charakter der für mich im Buch eine positive Charakterentwicklung erfuhr war Pias Chefin Nicola.

Zusammengefasst war dieses Buch für mich also kein Schmöker in den ich mich mit Begeisterung vertieft habe, denn mir fehlte gerade das eingangs erwähnte: anstatt mit geliebten Charakter mitzufiebern war ich am Ende eher froh sie los zu sein. Für große Fans der Reihe ist das Buch sicherlich trotzdem geeignet, mich hat es leider nicht überzeugt.

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Buch Tipp: „Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen“ von Emma Braslavsky

„Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen“ von Emma Braslavsky ist ein Buch auf das ich ausschließlich wegen des ungewöhnlichen Titels aufmerksam geworden bin. Den Klappentext fand ich auch interessant, konnte mir aber konkret wenig unter dem Buch vorstellen. Es hat aber auf jeden Fall sofort meine Neugierde geweckt. Auch Cover und Gestaltung der Hardcover Ausgabe sind überdurchschnittlich gelungen, weswegen ich froh bin, dass ich mir die gebundene Ausgabe des Buches als Geschenk gewünscht hatte. Worum geht es nun aber?

Das Buch kann wohl am Ehesten als Menschheits-Satire beschrieben werden oder als Abenteuerroman über das Schicksal der Menschheit, wie die Autorin es in einem Interview glaube ich ungefähr formuliert hatte. Das Buch spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, wann genau erfährt der Leser aber nicht. Der Eindruck, dass es sich um die Zukunft handelt wird daraus gewonnen, dass Wissenschaft und Technik etwas weiter fortgeschritten zu sein scheinen (so kann z.B. die Smartwatch der Hauptfigur Gewitter inzwischen punktgenau voraussagen) und dass der Klimawandel wohl so weit voran geschritten ist, dass Orkane und andere Extremwetterlagen deutlich mehr Menschen töten als heutzutage sowieso schon., Allerdings wirkt die Weltlage doch mehr oder weniger wie heute, so dass das Buch sich sehr aktuell anfühlt und nicht wie eine ferne Dystopie oder Utopie.

Hauptpersonen des Buches sind einerseits Jo und Jivan, ein Pärchen Ende 30, das auf den ersten Blick nicht besonders gut zusammenpasst. Jo ist eine freiheitsliebende und fanatische Umweltaktivistin, die unbedingt die Welt retten will (oder wenigstens in einer entsprechenden Organisation beruflich ganz nach oben kommen). Jivan ist ein ziemlich chauvinistischer Loser, der sein mit dem Bau von Bunkeranlagen verdientes Geld ständig durch seine Spielsucht (Online-Games) verliert und sich deswegen in eine finanziell unmögliche Lage manövriert hat, von der er seiner Frau Jo aber nichts erzählt. Sein Verhältnis zu Jo wirkt eher manisch und unter Liebe scheint er zahlreiche Manipulationsversuche zu verstehen.

Die zweite Hauptperson des Buches ist Roana, eine 19-jährige, die von ihrem Vater zu einem einsamen Sabbatical am Fuße eines Vulkans verdonnert wurde (angeblich eine Familientradition), damit sie endlich erwachsen wird und in seine langweiligen beruflichen Fußstapfen tritt. Roana aber hält es erstens in der einsamen Einöde nicht aus und setzt sich nach Buenos Aires ab und ist zweitens (ziemlich größenwahnsinnig) davon überzeugt dass sie zu Höherem berufen ist, nur wozu genau und wie weiß sie noch nicht.

Die dritte Hauptperson des Buches ist kein Mensch, sondern eine Insel…und zwar eine die bisher keine kannte. Freigelegt durch einen Orkan wird sie zum Symbol für einen Neuanfang (oder die Rettung?) der ganzen Menschheit, die eine ganze Armada von Staaten, Organisationen und Gruppierungen für sich beanspruchen möchte, notfalls auch gewaltsam.

Das Buch folgt seinen Protagonisten mit viel Wortwitz und Ironie durch die Irrungen und Wirrungen ihrer Versuche gleich die Welt zu verbessern oder alternativ zumindest ihre eigene Haut zu retten. Das Buch ist sicher nicht für jeden was, denn es ist nicht sehr linear, oft absurd und sehr verspielt, ich fand es aber sehr unterhaltsam und interessant. Was mir auch gefallen ist, dass dem Buch seine schwierigen Charaktere trotz aller Satire trotzdem am Herz zu liegen scheint und diese mit all ihren Unzulänglichkeiten liebevoll gestaltet sind. Das Buch ist also nicht zu zynisch, was bei Satiren schnell mal dazu führt, dass sie ins Verächtliche oder Destruktive abdriften (ein Problem, dass ich zum Beispiel mit „The White Tiger“ von Aravind Adiga hatte, das ich vor einiger Zeit gelesen habe). Für mich also ein sehr gelungenes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der es etwas außergewöhnlicher mag.

Das Buch hat übrigens auch einen sehr unterhaltsamen musikalischen Buchtrailer: