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Urlaub am Wilden Kaiser – Impressionen

Dieses Jahr war ich also – mit 3 Freundinnen – zum ersten Mal im Urlaub im Tirol. Genau genommen eigentlich auch zum ersten Mal überhaupt in Österreich, zu mehr als ein paar Durchfahrten auf dem Weg nach Ungarn hat es bisher nämlich leider nicht gereicht, obwohl das Land für mich als Berg-Fan eigentlich ein total offensichtliches Reiseziel sein müsste. Ziel unsrer Reise war Going am Wilden Kaiser. Dorthin reisen in der Regel wohl vermutlich vor allem Wanderer und Bergdoktor-Fans. Den „Bergdoktor“ hab ich zwar eigentlich noch nie so richtig gesehen (gelegentlich mal 10 Minuten Ende davon, wenn danach im ZDF was anderes kam), aber um die wichtigsten Eckdaten und Charaktere zu kennen reicht das eigentlich sowieso schon 😉

Hier ein paar Urlaubseindrücke in Stichworten 🙂

Wandern

Berge

Zum Wandern ist diese Region sehr gut geeignet. Von der Schwierigkeit her würde ich es mit dem Allgäu vergleichen, es gibt sicherlich viele Möglichkeiten sowohl im Flachland gemütlich zu wandern als auch etwas anspruchsvoller auf dem Berg. Mein Highlight des Urlaubs war die Wanderung entlang der Streif/des Hahnenkamm-Rennens, also praktisch entlang der Abfahrtsstrecke vom Gipfel bis zum Ziel. Die Wanderung verläuft teilweise genau auf der Abfahrtsstrecke, teilweise daneben und immer wieder kreuzend und man kann alle „Stationen“ besichtigen.

Streif

Das Beste daran war, dass ich trotz der 2-3 Stunden bergab überhaupt keine Probleme mit meinen Knien bekommen habe. Bis letztes Jahr war das komplett anders, da habe ich vom Wandern an sich und vom bergab wandern erst recht starke Knieschmerzen bekommen. Ich habe schon das ganze Jahr bemerkt, dass meine Knie durch das High Intervall Kraft-Ausdauer Training auch beim Joggen viel belastbarer geworden sind, aber das es so viel ausmacht hätte ich nicht gedacht. Ich hab also gar keine Knieprobleme, ich war immer nur zu unsportlich!

Unterkunft

Das Hotel war sehr schön, wir hatten ein „Suite“ für 4 Personen, die sehr großzügig war, mit 2 Bädern und 2 Schlafzimmern. Der einzige Wehrmutstropfen, es war sehr dunkel und hatte keine vernünftigen Spiegel, was spätestens beim Kontaktlinsen einsetzen und beim Schminken sehr unpraktisch ist…aber das war auch der einzige Wehrmutstropfen. Zum Hotel gehörten ein Pool, ein Whirl-Pool, ein Schwimmbad, ein Saunabereich, Massageangebote, da lässt es sich also aushalten.

Musik

Auch musikalisch gab es einige Erkenntnisse. Das Hotel schien für die musikalische Untermalung die CD „Die 100 abwegigsten Schlager und Volksmusik-Songs – kennt garantiert keiner“ angeschafft zu haben. Manche Songs waren so obskur, nicht mal googeln brachten den Interpret ans Licht. Gut ab und zu war mal was dazwischen, das man kennt. Aber in den meisten Fällen nicht unbedingt kennen möchte. Mein Fazit: Zwischen Helene Fischer und sonstigem modernem Schlager klafft eine Qualitätslücke so groß wie das Universum. Genauso zwischen Gabalier und sonstiger Volksmusik. Sonstiger moderner Schlager klingt alles gleich. Und langweilig. Und austauschbar. Dass ich nur Helene und Uralt-Schlager höre, hat also sehr gute Gründe.

Textlich lassen sich aber durchaus Perlen finden. Meine Highlights waren „Der Herrgott liebt die Volksmusik“, „Kinder mit weißen Haaren“, „Die Uschi hat eine schöne…Mähne“, „Wärst Du eine Träne in meinen Augen, ich würde dich nicht weinen, um dich nicht zu verlieren“ 😀

Alleinunterhalter

Der Björn…sicherlich unvergesslich, was ja auch eine Leistung gibt. 5 versaute Kalauer auf 1 Lied, 3 Stunden lang. Die schlechtesten Versionen von „Die Hölle morgen früh“ und von „Schickeria“, die man sich nur vorstellen kann. Sogar den Helene-Florian Witz kannte ich schon von Instagram (Silberfischchen, haha). Die wirklich volkstümlichen Lieder hat er ganz ok gesungen, aber das war’s dann auch schon…aber der Unterhaltungswert war nicht zu verachten. Ich möchte bloß nicht wissen was für wichtige Informationen in meinem Gehirn jetzt für immer durch schlechte versaute Witze ersetzt wurden 😀

Essen

Die traditionelle Tiroler Küche wäre auf Dauer nichts für mich. Ist zwar irgendwie lecker (Tiroler Gröstl z.B.), aber 3 Gabel Kässpatzen führten bei mir gleich wieder zu einem 3tägigen Völlgefühl. Außerdem passt die Tiroler Küche glaube ich nicht unbedingt hundert prozentig zu der Gymondo-Low-Carb Ernährung 😉 Das Beste an der Tiroler Küche ist definitiv Griebenschmalz. Von Schmalzbrot könnte ich mich problemlos jeden Tag ernähren. Ansonsten war das Essen im Hotel aber sehr in Ordnung, vor allem die Hauptspeisen waren sehr lecker, sowie das Barbecue-Buffet.

Einkehr

Das absolute Highlight definitiv das „Cafe Monika“ in Ellmau. Zielsicher strebten wir das vermutlich einzige Rauchercafe in Ellmau an. Mit putzigem 60er Jahre Einrichtungs-Charme und skurrilen Persönlichkeiten drin. Definitiv ein Erlebnis. Und der Apfelstrudel war wirklich lecker. Der Latte Macchiato nicht so. Erstaunlich immer wieder: vor 10 Jahren oder so war es völlig normal, dass in jedem Lokal geraucht wird. Heute findet man es völlig abartig (ich bekam auch gleich etwas Kopfweh und Übelkeit), sogar die einzige Raucherin in unsrer Runde war vom Geruch nach kaltem Rauch abgeschreckt. Das Rauchverbot ist definitiv ein Beispiel für: „Früher war NICHT alles besser!“.

Ansonsten haben wir einige Bergstation-Restaurants ausgenützt, mein Highlight war dabei das Kürbis-Ingwer-Schaumsüppchen auf der Bergstation in Kitzbühel:

Hoch Kitzbühel

Chillen

Auch was Erholung angeht war der Urlaub nicht zu verachten.  Das Wetter war gut genug, dass wir sogar einen Nachmittag im Bikini am Pool verbringen konnten. Und das Hallenbad haben wir auch einmal benutzt, für mich als Hallenbad-Hasser (und Schwimmen an sich mag ich ja auch nicht) sozusagen ein Rekord.

Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Selbstverständlich haben wir NICHT jeden Tag einen Verdauungsschnaps vom Schnapsmobil getrunken. Naja gut, genau genommen doch, aber als Schwabe gehört sich das. So zumindest der Eindruck, den man gewinnen konnte, wenn man die gesamten Hotelgäste beobachtet hat. Mein Favorit war „Haselnuss mit echter Haselnuss drin“. Außerdem: abartig aber irgendwie trotzdem gut, der „Bergteufel“.

Cocktails (von schwankendem Alkohol und Zuckergehalt, je nach Mixer) haben wir aber wirklich nicht jeden Tag getrunken. Sondern nur an 5 von 7.

Alkohol

Tiere

Knuffige Alpakas…wilde Kühe beim Almabtrieb…niedliche, aber geruchsintensive Ziegen…überdurchschnittlich süßes Kälbchen.

Kälbchen

Bergdoktor

Wir haben die „Film-Praxis“ des Bergdoktors besichtigt. Von sehr vielen Rentnern überlaufen und mit einer Einrichtung und medizinischem Gerät, das schon in den 50er Jahren veraltet gewirkt hätte. Meine Freundin S. meinte im Fernsehen sieht das nicht ganz so altmodisch aus. Zu dem „Bergdoktor-Hof“ musste man eine Stunde zu Fuß einen Berg hochwandern, deswegen war dieser Drehort deutlich weniger überlaufen. Für 5 Euro konnte man den Drehort besichtigen (und bekam einen Schnaps dazu). Das war sehr faszinierend, egal ob man die Serie kennt oder nicht, denn dabei handelt es sich um ein 400 Jahre altes Bauernhaus, das schon allein deswegen interessant war (wie ein Bauernhof-Museum), aber auch die Kulissen-Möbel aus der Serie waren interessant (deutlich verstaubter als ich erwartet hätte, aber vermutlich wird sowas nur dann hergerichtet wenn es mal wieder aktiv gefilmt wird, was bei Bücherregalen oder ähnlichem vermutlich nicht besonders oft vorkommt). Ansonsten ist es in der Realität völlig undenkbar, dass heutzutage noch jemand in diesem Haus wohnt, denn es gibt nicht mal fließend Wasser.

Bergdoktor

Städte

Kitzbühel hat mir gut gefallen, ein nettes kleines Städtchen in dem wir die Innenstadt und 2 Kirchen besichtigt haben und dann auf den Berg gefahren sind um die Streif zu besichtigen.

Kitzbühel

Am letzten Tag stand noch ein kurzer Ausflug nach Kufstein auf dem Programm, da hat mir die (kleine) Altstadt und die Festung auch gut gefallen, vor allem das kleine Gässchen hinter der Festung mit putzigen Restaurants. Bloß zu einer Besichtigung der Festung hatte niemand so richtig Lust (ich war an dem Tag auch irgendwie faul und schlapp).

Anreise und Abreise

Total smooth und ohne Stau und das trotz A8. Zwar wurde bis zu unsrer Heimfahrt auch unsre Grenze zu Deutschland kontrolliert, aber es sah nicht so aus, als ob da besonders viele Autos oder LKWs angehalten wurden. Das wäre auch logistisch gar nicht möglich. Es gibt an der Grenze auch gar keine Grenzgebäude oder ähnliches mehr, so dass die Grenzkontrolle aus einer provisorischen Fahrbahnverengung nach dem Übergang zu Deutschland bestand, mit 2 Polizisten und 2 Autos auf der Straße und aus einem Zelt mit ein paar Beamten auf dem daneben liegenden Tankstellen-Parkplatz.

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