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Buch-Tipp: „John of John“ von Douglas Stuart

„John of John“ ist das dritte Buch des schottisch-amerikanischen Autors Douglas Stuart. Von seinen ersten beiden Romanen („Shuggy Bain“ und „Young Mungo“) habe ich gehört, aber sie bisher noch nicht gelesen, das werde ich aber definitiv nachholen, denn „John of John“ hat mich definitiv in seinen Bann gezogen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen die im Titel erwähnten zwei „Johns“. Cal (eigentlich John Calum), ist auf einer  kargen Hebriden-Insel aufgewachsen ist, zusammen mit seinem Vater John und seiner Großmutter mütterlicherseits. Um dem engen Leben als Tweed-Weber und Schafzüchter in einer ziemlich fundamentalistischen religiösen Gemeinde zu entkommen ist er zum Studium nach Edinburgh gezogen, wo er zwar mittellos, aber dafür offen schwul leben kann, etwas das bei seinem streng religiösen Vater niemals möglich wäre. Als dieser ihn nach  Hause zurückbeordert, weil es seiner Großmutter angeblich nicht gut geht, muss Cal sich mit seiner Familie auseinandersetzen. Ohne zu wissen, dass auch sein Vater John innerlich mit ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat.

Das Buch hat eine ruhige atmosphärische Erzählweise, die einen gedanklich wirklich auf eine karge und eingeschworene Insel versetzt. Und dem Autor gelingt das fast unmögliche: obwohl es eigentlich fast nicht möglich ist, den älteren John aufgrund seiner Handlungen zu mögen, wächst er einem im Laufe des Buches trotzdem irgendwie ans Herz, sobald man versteht wie er so geworden ist wie er ist. Die Leser:innen sind Cal dabei immer weit voraus, den bist fast zum Ende weiß er kaum was in seiner Familie und in seinem Vater vor sich geht. Die einzige leichte Schwäche des Buches war für mich dann auch, dass das Ende für mich trotz der über 500 Seiten Geschichte fast etwas zu schnell abgehandelt wurde. Ich finde tatsächlich das Buch hätte dem Verhältnis von Vater und Sohn am Ende noch etwas mehr Zeit geben können. So bleiben einige Handlungsstränge und Charakterentwicklungen besser aufgelöst als andere, aber das ist wirklich Meckern auf ganz hohen Niveau, insgesamt hat mich das Buch wirklich begeistert und ich freue mich richtig darauf mehr von dem Autor zu lesen. 

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