Allgemein

Mein Soundtrack von 2016 – Teil 2

Bevor das Jahr zu Ende geht, möchte ich noch einige weitere musikalische Highlights vorstellen, die ich dieses Jahr kennengelernt habe und die mich das ganze Jahr (vor allem im Auto) begleitet haben.

Jennifer Rostock – „Genau in diesem Ton“

Jennifer Rostock sind schon seit einigen Jahren einer meiner Lieblingsbands (auch wenn ich für die zielgruppentechnisch eigentlich vermutlich zu alt bin 😀 ), bisher war mein absoluter Favorit unter den Alben das Vorgängeralbum „Schlaflos“, aber „Genau in diesem Ton“ knüpft für mich nahtlos an und ich könnte jetzt nicht sagen, welches der beiden Alben mir besser gefällt. Die Musik ist teilweise laut, aggressive, teilweise leise und berührend und dazwischen sind auch immer Songs, die leicht und fröhlich daher kommen. An Jennifer Weist finde ich toll, dass sie sowohl laut und aggressiv singen kann, aber auch tolle gefühlvolle Balladen und dass man Jennifer Rostock stilistisch schwer einordnen kann (Mainstream Punk/Rock/Pop/links/spassig/politisch?). Das Album ist kraftvoll und wütend und passt damit super zum Jahr 2016, man fragt sich manchmal wo die ganzen wütenden leidenschaftlichen Musiker eigentlich geblieben sind, ich finde 2016 hätte es ruhig ein paar mehr wütende Alben geben können 😛

 

Robbie Williams – „The Heavy Entertainment Show“

Ich bin zwar kein Riesenfan von Robbie Williams, besitze aber glaub ich trotzdem so ziemlich jedes Album (mein Lieblingsalbum ist denke ich sein erstes Swing Album „Swing when you’re winning“, da ich generell ein großer Fan von Swing bin und es da gerne altmodisch mag, außerdem fand ich die Duette auf dem Album toll). „The Heavy Entertainment Show“ ist aber definitiv für mich auch eins von Robbies besten Alben, wobei ich finde dass die erste Single von dem Album ( „Dance Like a Russian“) einer der schwächsten Songs auf dem Album ist (es scheint einen neuen Trend zu geben immer das schlechteste Lied eines Albums als Lead Single zu verwenden, das ist mir dieses Jahr schon mehrfach so gegangen, dass mir die erste Single-Auskoppelung so ziemlich am Wenigsten gefällt). Das  neue Album von Robbie ist insgesamt finde ich wohltuend „konventionell“,  einfach gute Popmusik, die mich teilweise ein bisschen an die 80er/90er Jahre erinnert haben und zum Teil auch ein bisschen an Künstler wie den leider gerade verstorbenen George Michael. Meine Lieblingssongs auf dem Album sind die eher schnelleren Songs wie zum Beispiel das sehr funkige „Sensitive“ oder „Mixed Signals“.

 

Lady Gaga – „Joanne“

Lady Gaga ist ja eine Künstlerin, die von vielen Leuten nur mit ihrem inzwischen etwas abgelegten schrillen und extravaganten Auftreten verbunden wird, tatsächlich ist Lady Gaga aber schon immer eine hervorragende Sängerin und Musikerin. Ich habe alle ihre bisherigen Alben gekauft, da war es aber eigentlich immer so, dass auf jedem Album 1-2 richtige Hits drauf waren und dann noch 2-3 Songs, die ich ganz gut fand, aber auch immer viele Songs mit denen ich nicht so viel anfangen konnte, da doch Vieles immer recht Dance lastig oder aus meiner Sicht „lärmig“ klang, was zwar vermutlich Trends entsprach, aber nicht unbedingt meinem Musikgeschmack.

Auf ihrem neuem Album ist aus meiner Sicht definitiv ein Stilwechsel zu erkennen, viele Songs auf dem Album sind ruhiger, viele gehen eher in Richtung „Country“ (das war bei früheren Alben nur bei „You and I“ deutlich der Fall und bei der „Country Roads“ Version von „Born this way“, beides absolute Lieblinge von mir). Deswegen trifft „Joanne“ als Album definitiv viel mehr meinen eigenen Musikgeschmack als Gagas ältere Alben und ist für mich schon allein deswegen mit Abstand das beste Album. Auch kommt ihre Stimme finde ich bei eher reduzierterer Musik und Konzentration aufs Wesentliche viel besser zur Geltung.

Leider wurde als erste Single von „Joanne“ ausgerechnet der Song „Perfect Illusion“ ausgewählt, den ich eher schwach und monoton finde, da finde ich so ziemlich alle anderen Songs auf dem Album deutlich besser. Meine Lieblingssongs aus dem Album sind von den Schnelleren definitiv „A-Yo“, sowie von den ruhigeren „Sinner’s Prayer“, „Angel Down“, „Joanne“ und nicht zu vergessen als besonderes Schmankerln gibt es noch ein Duett mit Florence Welch von Florence and the Machine.

 

Melissa Etheridge – „MEmphis Rock and Soul“

Melissa Etheridge ist schon seit Jahrzehnten eine meiner Lieblingssängerinnen, ich habe sie auch schon mal in Stuttgart live gesehen. Trotzdem war ich mir nicht 100% sicher ob ich mir ihr neues Album kaufen soll, da es ein reines Blues und Soul Album ist und obwohl ich diese Musikrichtung durchaus mal gerne höre ist, ist es ein Genre das ich eher in kleinen Dosen mag. Deswegen war ich mir nicht sicher, ob mir ein ganzes Album nicht zu viel sein würde, aber ich wurde absolut nicht enttäuscht, die Soul und Blues Klassiker passen hervorragend zu Melissas Stimme und sie singt mit so viel Power und Leidenschaft, das mir das Album keinen Moment langweilig wurde. Definitiv eine runde Sache.

 

Musik

Mein Soundtrack von 2016 – Teil 1

So langsam nähert sich die Zeit der Jahresrückblicke und wie letztes Jahr möchte ich auch dieses Jahr wieder einen kleinen Einblick in die musikalischen Veröffentlichungen geben, die mich dieses Jahr begleitet haben. Normalerweise kaufe ich eher selten tatsächliche Neuveröffentlichungen, auch weil mir die meiste aktuelle Chart-Musik, die im Pop- und Rockbereich so rauskommt nicht wirklich gefällt, aber dieses Jahr hab ich tatsächlich doch auch einige neue Alben gekauft, die mir super gefallen haben. Es waren aber auch einige ältere Alben dabei, mit denen ich erst mal anfange:

Cro – MTV Unplugged

MTV Unplugged ist eine meiner Lieblings-Musik-Formate, es handelt sich dabei um kleine intime Unplugged Konzert meist mit ein paar Gästen und Duetten. Das Unplugged Album von Cro hab ich mir relativ spontan mal gekaufen, ich bin kein Fan von Cro, aber er ist ein cooler Typ (soweit man sehen kann 😀 ) und hat Live definitiv richtig was drauf. Typischerweise finde ich sein bekanntestes Lied („Easy“) mit Abstand am Langweiligsten. Auf der CD gefallen mir vor allem die schnelleren und lustigeren Songs am Besten , das Konzert macht einfach gute Laune. Mein Lieblingssong ist aber trotzdem einer der ruhigen Duette, wobei der Song im Original gar nicht von Cro ist:

Die Ärzte – Rock’n’Roll Realschule

Und weil wir grad eh schon bei MTV Unplugged sind, auch mein zweites Album ist ein älteres MTV Unplugged Album und zwar von den Ärzten. Das besondere an „Rock’n’Roll Realschule“ ist, dass es tatsächlich in einer Realschule unter Mithilfe einer Schülerband aufgezeichnet wurde, mit teils ungewöhnlichen Instrumenten. Musikalisch bietet das Album eine gute Mischung zwischen sehr bekannten Songs wie „Westerland“ oder „Schrei nach Liebe“ und Songs, die der Mainstream Ärzte Hörer eher nicht (mehr) kennt. Natürlich ist auch das eine oder andere eher Provokante oder Versaute dabei 😉 Für mich ist dieses Konzert eine der Besten Live-CDs, die ich kenne. Als Hörprobe einer der spaßigsten Songs von dem Konzert

 

Weiter geht’s mit einigen tatsächlichen Neuerscheinungen, die ich mir in der ersten Jahreshälfte 2016 gegönnt habe…wenn ich genötigt werden würde zu sagen was meine Lieblings-Musik-Genres sind dann würde ich mich wohl für Country und Folk entscheiden, weswegen viele meiner Käufe 2016 auch aus diesem Bereich stammen:

Cyndi Lauper – Detour

„Detour“ von Cyndi Lauper ist eine reines Country Album, das auch eher traditionell daher kommt, sie singt darauf einige ältere Klassiker. Das Album ist also sicherlich nur etwas für wirkliche Country Fans, die auch altmodischere Country Songs wie z.B. von Dolly Parton mögen. Ich finde das Album sehr gut gelungen, es bietet eine gute Mischung aus Balladen und schnelleren Songs und Cyndis Stimme passt hervorragend zu Country. Ich finde ja sie hat sich musikalisch großartig entwickelt und ich finde es toll, dass sie die Gelegenheit später in ihrer Karriere nutzt, um sich musikalisch vielfältig auszuprobieren (sie hat auch schon ein reines Blues Album veröffentlicht). Mein absoluter Lieblingssong von dem Album ist übrigens ausgerechnet ein Weihnachts-Lied, „Hard Candy Christmas“, das auch schon von Dolly Parton gesungen wurde. Davon hab ich aber keine gute Youtube Aufnahme gefunden, deswegen einer der schnelleren Songs:

 

Cyndi Lauper – The Body Acoustic

Und weil wir grad schon bei Cyndi Lauper sind, ich habe mir dieses Jahr noch ein Album von Cyndi gekauft, das allerdings auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, nämlich ein Akustik-Album, auf dem einige ihrer alten Hits (darunter natürlich auch ihre großen Hits wie „Girls just wanna have fun“, „Time After Time“ und „True Colors“ ) in teilweise außergewöhnlichen Akustik-Versionen aufgenommen wurden, die meisten davon auch als Duett mit Sängerinnen und Sängern wie Sarah McLachlan, Ani DiFranco, Shaggy, Jeff Beck und anderen. Da Akustik eh genau mein Ding ist, kann man damit sowieso nicht viel falsch machen bei mir, aber ich finde das Album selbst dafür überdurchschnittlich. Am Besten gefallen mir auf dem Album die ruhigeren Nummern wie z.B. „I’ll be your river“ oder „Waters Edge“.

 

Lissie – My Wild West

Lissie ist eine US-Amerikanische Folk Sängerin, die oft stimmlich mit Stevie Nicks verglichen wird (sicherlich auch durchaus zu Recht). „My Wild West“ ist schon ihr drittes Studioalbum, auch die ersten beiden habe ich mir gekauft und finde sie total super. „My Wild West“ ist ihr erstes Album bei einem Alternativ-Label und es befasst sich inhaltlich mal nicht mit den üblichen Themen Liebe und Herzschmerz 😉 , sondern mit ihrem Umzug von Kalifornien zurück in ihre Heimat, den Mittleren Westen. Stilistisch kommt das Album ruhiger und weniger poppig daher, als die beiden ersten, mir gefällt es aber trotzdem oder gerade deswegen fast sogar noch etwas besser als die Vorgänger. Von den schnelleren und kraftvolleren Songs gefallen mir „Don’t you give up on me“ und „Daughters“ am Besten, aber für mich sind die allerbesten Songs auf dem Album die etwas melancholischen Balladen wie „Go For a Walk“ und „Ojai“ (übrigens eine Stadt in Kalifornien in der Lissie gelebt hat)