Bücher, Hörbuch

Hörbuch-Tipp: „Konfetti Blues“ von Lutz van der Horst

„Konfetti Blues“ ist der erste Roman von Comedian Lutz van der Horst, den ich als Hörbuch (vom Autor selbst gelesen) gehört habe. Laut Untertitel handelt es sich bei dem Buch um einen Liebesroman, bei dem aber natürlich der Humor und auch das Thema Comedy nicht zu kurz kommt. Held der Geschichte ist der bisexuelle Max, der versucht eine Karriere als Comedian zu starten, aber bisher nur „lustige“ Pannenvideos (die Sorte wo Kinder ausrutschen und in eine Pfütze fallen) mit genauso „lustigen“ Texten versehen darf. An seiner Karriere als Stand-Up Comedian arbeitet er bisher eher erfolglos und seine erste TV-Sendung lief nur noch nach Mitternacht und wurde nach 3 Folgen aus ihm nicht bekannten Gründen direkt wieder abgesetzt. 

Während es im Berufsleben also nicht läuft, sieht es privat nicht viel besser aus. Zwar erblickt Max  bei einer wilden Partynacht Yuma, den (scheinbaren) Mann seiner Träume, doch der weist nach einem One Night Stand plötzlich ein sehr abweisendes Verhalten auf und auch Max’ Outing bei seinen Eltern verläuft eher katastrophal. 

So stolpert Max auf der Suche nach beruflichem und privaten Erfolg durch sein Leben, doch sucht er vielleicht an den falschen Stellen nach seinem Liebesglück?

Mit gut 7 Stunden Hörzeit ist das Hörbuch gut für zwischendurch geeignet, Lutz van der Horst liest gut und engagiert, so dass mir das Hörbuch sehr viel Spaß gemacht hat. Auch wenn die Liebesgeschichte vielleicht etwas vorhersehbar ist, hat mir die Mischung aus Liebesgeschichte und skurrilem Humor gut gefallen. 

Max als Hauptperson ist charmant, aber hat gleichzeitig auch Ecken und Kanten, genau wie die anderen Charaktere im Buch, was es für mich sehr lebensecht gemacht hat. 

Bücher, gesellschaft

Buch-Tipp: „Strong Female Character“ von Fern Brady

„Strong Female Character“ von Fern Brady ist mir auf der Frankfurter Buchmesse ins Auge gestochen, ein Buch das sowohl vom Cover als auch vom Titel sofort Aufmerksamkeit im positiven Sinne erregt. Fern Brady ist eine Schottische Comedienne, die ich vorher nicht kannte (vermutlich ist sie auch in diesem Genre eher regional in UK bekannt) , was aber gar nichts macht, denn in dem Buch geht es um Ferns Biografie als Mädchen und junge Frau, die mit einem undiagnostizierten Autismus ihren Weg macht beziehungsweise machen muss und damit sowohl bei ihren Eltern als auch beim Versuch Hilfe von Experten zu bekommen auf Unverständnis stößt, bis sie schließlich als Erwachsene eine Diagnose erhält, die ihr endlich hilft besser zu verstehen warum sie so ist wie sie ist. Ein unnötig langer Weg, den sie in ihrem Buch aber sehr kurzweilig, unterhaltsam, scharfzüngig und trotzdem lehrreich schildert.

Das Buch liest sich vor allem gar nicht wie ein Sachbuch, sondern trotzdem es eine Autobiografie ist, fast wie ein Roman, so dass keinen Moment Langeweile aufkommt. Außerdem ist Fern eine faszinierende Persönlichkeit und man hat als Leser:in das Gefühl quasi spielerisch mehr über Autismus bei Mädchen und Frauen zu lernen und gleichzeitig eine unheimlich unterhaltsame und trotz sehr ernster und schwieriger Momente auch oftmals sehr witzige Autobiografie zu lesen. Eine definitive Lese-Empfehlung!