Bücher

Sachbuch-Tipp: „Kein Bock Club“ von Maria Popov

„Kein Bock Club“ von Maria Popov ist ein Buch, auf das ich über einige Posts auf Instagram aufmerksam wurde,  bei dem ich mir aber zunächst nicht sicher war ob ich es interessant genug finde es zu lesen, da es auf den ersten oberflächlichen Blick den Anschein erweckte, dass es darin nur um Asexualität ging und ich mir nicht sicher war, ob mich das genug interessieren würde. Nachdem eine Freundin das Hörbuch gehört hatte und weiterempfahl griff ich aber doch zu und wurde nicht enttäuscht, denn das Buch beschäftigt sich mit sehr vielen sehr relevanten Themen: dem Stellenwert von Sex in der Gesellschaft, dem überzogenen Blick auf die Bedeutung heteronormativer Beziehungen, weibliche und männliche Sexualität, gesellschaftliche Normen und Prägungen, Feminismus und Patriarchat.

Dazu erzählt die Autorin viele persönliche Anekdoten darüber wie ihr Blick auf Sex und Beziehungen durch ihre Jugendzeit geprägt wurde und wie schwer es ist sich davon zu lösen. Und am Wertvollsten an dem Buch finde ich den Fokus darauf wie gut es der Gesellschaft und den Menschen darin tun würde wenn man Freundschaften und alternative Beziehungsformen gleichberechtigt neben (sowieso meist romantisierte Vorstellungen von) romantische und durch Sex geprägte Beziehungen stellen würde. 

Das Buch ist bei der Vielfalt von Themen sehr kurzweilig und ich fand auch das Verhältnis zwischen persönlichen Anekdoten und Sachbuch ausgewogen. 

Bücher

Buch-Tipp: „Das glückliche Paar“ von Naoise Dolan

Der Mai war für mich ein sehr gelungener Lesemonat, da ich im Urlaub gleich drei Bücher hintereinander weg gelesen habe, die mir überdurchschnittlich gut gefallen haben. Der irische Roman „Das glückliche Paar“ von Naoise Dolan war darunter vermutlich mein Favorit, obwohl die Thematik auf den ersten Blick nicht besonders tiefgründig wirkt: Es geht in dem Roman um das irische Pärchen Celine und Luke. Die beiden zahlen Irland-typisch 2000 Euro Miete für ein winziges Apartment, in dem der Boiler oft nicht funktioniert, Celine ist Konzertpianistin und immer in Sorge um ihre Hände, Luke hat Theologie studiert und die bisher größte gemeinsame Verpflichtung ist ihre Katze. Nun haben sich die beiden entschieden zu heiraten, doch bei der (aus finanziellen Gründen) bei ihrer wohlhabenden Tante abgehaltenen Verlobungsfeier in London ist Luke plötzlich verschwunden und reagiert nicht auf Celines Nachrichten. 

Der Roman begleitet Celine und Luke ca. vom Zeitpunkt dieser Verlobungsfeier bis hin zum Tag der Hochzeit. Dabei ist die Erzählweise des Romans sehr kreativ, die Handlung wird immer abwechselnd aus Sicht verschiedener Beteiligter erzählt, darunter natürlich Celine und Luke, aber auch Celines Schwester und Lukes Ex-Freund, der nach Jahren noch nicht über ihn hinweg ist. Das liest sich sehr leicht,  humorvoll und trotzdem werden ernsthafte Fragen beantwortet, zum Thema Vertrauen, Partnerschaft und was eine Ehe/Beziehung ausmacht. Die Charaktere könnten vermutlich nicht unperfekter sein, wachsen einem aber trotzdem ans Herz. Ein richtiges Lesevergnügen, das meiner Meinung nach auch gerade danach schreit verfilmt zu werden.