Reisen

Impressionen aus Slowenien – Tag 5

Am Mittwoch liessen wir es nach 2 Tagesausflügen mal wieder etwas ruhiger angehen und hatten uns ursprünglich für diesen Tag nur einen Besuch auf der Burg von Ljubljana vorgenommen.

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Die Burg ist schon einige Jahrhunderte alt, wurde aber immer wieder modernisiert und renoviert und immer wieder unterschiedlich genutzt (als Wohnungsnot herrschte, gab es dort sogar mal Wohnungen). Heute wird die Burg teils für Kulturveranstaltungen, als Museum und natürlich als Ausflugsziel benutzt.

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Innenraum der Burg

 

Wir benutzten an diesem Tag die relativ neue Seilbahn, da wir ja schon am Ankunftstag zur Burg hochgelaufen waren 😉

Zuerst besuchten wir die zahlreichen Aussstellungen und Museen, es gab einerseits eine Ausstellung zu der architektonischen Entwicklung der Burg, zur wechselhaften und turbulente Geschichte Sloweniens, sowie den ehemaligen Kerker vom 1. Weltkrieg, als die Burg für Kriegsgefangene benutzt wurde und eine kleine Kapelle. Außerdem gibt es auf der Burg noch ein Puppenspiel-Museum. Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Fan von Puppen (wobei ich die Augsburger Puppenkiste teilweise auch mag), aber das Museum fand ich wirklich toll und die gezeigten Puppen und Ausschnitte aus Puppenspielen waren teilweise auch wirklich sehr faszinierend.

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Puppen inkl. Grusel-Clown

Außerdem war es ein Museum „zum Anfassen“, wo man auch einige Handpuppen selbst ausprobieren konnte.

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Karlsson vom Dach

 

 

Zuletzt stiegen wir noch auf den Aufsichtsturm, der als so ziemlich Einziger, tatsächlich einen Ausblick über ganz Ljubljana bot (die ganzen natürlich Berge und Hügel waren nämlich immer zu stark mit Bäumen und Büschen bewachsen 😀 ).

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Blick über Ljubljana

 

Nach dem Besuch der Burg, liefen wir noch kurz zu dem zur Burg gehörigen Weinberg und machten danach noch einen kleinen Stadtbummel (mit der obligatorischen Eispause).

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen am Ende der Woche noch eine kleine Stadtführung in Ljubljana mitzumachen. Da die Wettervorhersage für das Ende der Woche aber ziemlich durchwachsen aussah, entschlossen wir uns spontan dafür das noch am heutigen Tag zu machen. Zusammen mit 2 anderen Deutschen und 2 Italienern ging es also zur Nationalgallerie, wo der Guide uns einige der bekanntesten Werke zeigte und durch Altstadt und Botschaftsviertel. Besonders interessant fand ich den Besuch der Nikolaikirche wo 2 Kirchentüren extra für den Besuch des letzten Papstes neu gestaltet worden waren. Das sind Details, die man ohne eine Führung doch eher übersieht. Insgeamt war die 2-stündige Tour eine sehr kurzweilige Angelegenheit, die auch nicht besonders teuer war.

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Am Fluß

 

Abends aßen wir in einer Bar, die laut Speisekarte „Fusion Kitchen“ anbot, eine etwas ambitionierte Beschreibung dafür, dass das kulinarische Angebot aus der zugegebermaßen sehr willkürlichen Kombination aus entweder mexikanisch oder gefüllte Crepes aller Art bestand 😀

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Impressionen aus Slowenien – Tag 2

Am zweiten Tag war es immer noch sehr heiß, weswegen wir uns nicht viel vorgenommen haben, außer den größten Park Ljubljanas zu besuchen, den Tivoli Park.

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Statue im Garten des Tivoli Park

 

Von der Stadtmitte aus läuft man zu dieser grünen Oase mindestens 5 – 10 Minuten 😉 Nachdem wir am Kongressplatz das Universitätsgebäude angeschaut hatten, ging es vorbei am architektonisch interessanten Parlamentsgebäude und durch ein Viertel mit vielen Museen und Konsulaten (die Info, dass die Konsulate der USA, Russland und Deutschland direkt nebeneinander liegen und Putin, Trump und Merkel sich dort sozusagen direkt bespitzeln können, ist offenbar ein Lieblingsanekdote slowenischer Reiseführer, denn das bekamen wir im Laufe der Woche gleich zwei Mal zu hören).

Der Tivoli Park ist sehr abwechslungsreich und beinhaltet zum Beispiel auch eine Foto-Ausstellung über die architektonische Stadtentwicklung von Ljubljana und Bau und Renovierung der Flußbrücken, wie bei fast allem was in Ljubljana mit Architektur zu tun hat, stand dabei der Architekt Plesnic im Mittelgrund, der offenbar für die Geschichte Ljubljanas eine sehr große Rolle gespielt hat (es gibt sogar Plesnic-Kugeln analog zu den Mozart Kugeln in Österreich).

Nachdem wir uns mit einem Getränk nochmal gestärkt hatten, entschieden wir uns wegen der knalligen Sonne für eine kleine Wanderung im Wald oberhalb des Parks, wo ein Art Naturkundepfad angeschrieben war. Der war zwar nur auf slowenisch beschriftet, wir trauten uns aber zu die Strecke anhand eines Fotos davon zu finden (was auch zu sagen wir mal 75% geklappt hat 😉 ).

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Mitten in der Stadt mitten im Wald

Nachdem wir nach ca. der Hälfte dann doch etwas von dem geplanten Pfad abgekommen waren (und eine kleine Extrarunde gedreht hatten), fanden wir mit Hilfe einiger anderen Spaziergänger (denen wir an einer Art Absperrung vorbei folgten) doch wieder auf unsren geplanten Weg zurück und entdeckten dabei sogar noch ein altes ausgebranntes Haus am Waldrand:

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Bevor es zurück in die Stadt ging, schauten wir uns noch den Rest des Tivoli Parks an und entdeckten noch den Rosengarten

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und einen Seerosenteich, der so mit Seerosen zugewachsen war, dass die Enten und Entenküken mehr darauf spazieren gingen als auf dem Wasser zu schwimmen

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Ljubljana ist offenbar eine Stadt in der Bücher eine wichtige Rolle spielen, denn wir sahen in der Stadt unzählige Antiquariate. Dazu passt auch eine sehr charmante Sommer-Aktion, die wir schon am Vortag am Fluß entdeckt hatten, die „Library under the Trees“, an 8 Stellen in Ljubljana werden im Sommer kleine Mini-Büchereien aufgestellt, mit Liegestühlen und Sitzkissen, wo man sich bedienen kann.

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Bibliothek unter den Bäumen

S. und ich haben die Gelegenheit gleich genutzt, um eine Pause zu machen und da es tatsächlich auch einige englischsprachige Bücher gab (sowie deutsche und französische 😉 ), hab ich mir die Zeit mit einem architektonischen Reiseführer und mit einem tollen Bildband über den „Green Ring“ bzw. den „Path of Remembrance and Comradeship“ vertrieben. Zu Zeiten des 2. Weltkriegs, als Ljubljana von den Nazis besetzt war, wurde die ganze Stadt von den Italienern mit einem Zaun eingezäunt. In den 80er Jahren wurde entlang diesen ehemaligen Zauns ein 34 km langer Wanderpfad mit Erinnerungsstätten angelegt, auf dem man heute Ljubljana quasi ein mal komplett umrunden kann. Im Bildband waren Fotos von diesem Pfad zu allen Jahreszeiten und mit allen möglichen Aktivitäten abgebildet (dadurch konnte ich übrigens auch feststellen, dass es auf jeden Fall auch einige Islandpferde in Slowenien gibt 😀 ).

Auf dem Heimweg besichtigten wir noch kurz eine russisch-orthodoxe Kirche (vor der gerade eine Mischung aus Mini-Volksfest und politischer Kundgebung dieser slowenischen Minderheit stattfand) und schauten uns die Drachenbrücke nochmal in Ruhe an, bevor es abends zum Essen in einer Pizzeria ging.

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Impressionen aus Slowenien – Tag 1

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Am Fluß

 

Dieses Jahr habe ich meinen Sommerurlaub (zusammen mit meiner Freundin S.) in Slowenien verbracht. Slowenien hat mich persönlich als Reiseziel besonders angesprochen, da es ein kleines Land ist, das alles besitzt was ich besonders liebe: Berge und Wald 🙂 und dazu sogar auch noch eine Mittelmeerküste, eigentlich also ein Land in dem fast jeder Reisende glücklich werden sollte. Auch über die Hauptstadt Ljubljana habe ich nur Vielversprechendes gehört. Da S. und ich mit dem Flugzeug angereist sind, haben wir uns Ljubljana auch als Basis für Besichtigungen ausgesucht.

Da unser Hinflug schon am Vormittag in Ljubljana ankam, hatten wir schon an unsrem Anreisetag (Samstag, der 26.8.) genug Zeit, um uns einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen.

Wir bummelten los in Richtung Altstadt und landeten erst mal in einem alternativ wirkenden Künstlerviertel, um dann Richtung Flußufer zu laufen, wo sich Restaurant, Cafes und Eisdielen aneinander reihen. Der Bereich ist natürlich recht touristisch, aber charmant und lebhaft ohne dabei überlaufen zu wirken. Vom Stil her erinnerte mich die kleine Stadt etwas an eine Mischung aus Salzburg (da auch über Ljubljana eine Burg thront), allerdings mit gefühlt 5000 mehr Restaurants und etwas mediterranerem Flair.

 

Nach einem kurzen Snack und einer erfrischenden Minz-Limo versuchten wir nur so zur Probe den Aufstieg zur Burg, den besichtigen wollten wir die Burg am Anreisetag dann doch nicht gleich, vor allem da es die ersten Tage noch extrem heiß war und wir es deswegen gemütlich angehen ließen.

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Blick auf die Burg vom Kongressplatz (Kongresni trg) aus

 

Stattdessen entschieden wir uns für einen Rundgang auf dem Burghügel, das Tolle an Ljubljana ist, dass man vom Stadtzentrum maximal 5-10 gehen muss, um innerstädtisch im Grünen zu sein.

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Auf dem Burghügel

Wieder zurück in der Stadt ging’s über eine der vielen kleinen Brücken zurück zu unsrem Hotel:

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das Wahrzeichen der Stadt Ljubljana ist der Drache, der hier die Pfeiler einer der vielen Brücken über den Fluß Ljubljanica schmückt

Abends setzten wir uns in eins der gemütlichen (zugegebenermaßen in diesem Fall nicht übermäßig authentisch slowenischen) Restaurants am Flußufer und ließen den ersten Abend ausklingen.