Den Thriller „The Exes“ von Leodora Darlington habe ich als Hörbuch gehört. Von dem Buch habe ich mir einen etwas außergewöhnlichen Roman versprochen, keine 08/15 Krimi- oder Thrillerkost. Diese Erwartung wurde auch durchaus erfüllt. Auch wenn ich das Buch vielleicht nicht unbedingt als Thriller einordnen würde, dafür passiert meines Erachtens vielleicht etwas zu wenig Aufregendes. Wenn dann passt auf jeden Fall eher das Genre des psychologischen Thrillers der leisen Töne.
Natalie, die Hauptperson, ist mit James verheiratet, doch zu Beginn des Buches fängt die Ehe schon an zu bröckeln, denn James hat entdeckt, dass Natalies Ex-Freunden die Beziehung zu ihr in der Vergangenheit scheinbar nicht gut bekommen ist, denn ganze drei von ihnen sind tot. James Misstrauen ist geweckt und Natalie muss sich zusammen mit ihrer Therapeutin ihrer Vergangenheit stellen und alte Wunden wieder aufreissen.
Dabei weiß man als Hörer:in nie so richtig wem man trauen kann, denn Natalie ist eine sogenannte unzuverlässige Erzählerin, so stellt sich durchgängig die Frage: kann man ihrer Einschätzung und Darstellung der Geschichte trauen? Kann sie sich selbst trauen?
Insgesamt hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen, einziger Wermutstropfen für mich war, dass ein Charakter im Buch sich in seiner Rolle so unpassend verhält , dass mir irgendwie klar war, dass etwas mit dieser Person nicht stimmt, was einerseits etwas irritierend war und zweitens eine der Wendungen wenig überraschend ausfallen lies.
Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus der Ich-Perspektive von Natalie, dieser weit größte Teil des Buches wird gelesen von Sandrine Mittelstädt. Außerdem gibt es gegen Ende kurze Sequenzen aus Sicht von anderen Personen, gelesen von Benito Bause und Viola Müller (die aufgrund der wenigen „Sendezeit“ nicht wirklich dazu kommen besonders aufzufallen, aber auf jeden Fall auch gut lesen). Insgesamt fand ich die Sprecher:innen alle sehr gut, wenn auch etwas kühl von der Ausstrahlung.
