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Krimi-Tipp: „Ein unglücklicher Tod“ von Peter Grainger

„Ein unglücklicher Tod“ von Peter Grainger ist der erste Teil einer britischen Krimireihe, die nicht komplett neu ist, sondern im englischsprachigen Raum schon 2013 im Selbstverlag erschienen ist und wohl sehr erfolgreich war (was man auch daran sieht, dass es 17 Bände gibt). Nun ist also der erste Band im Diogenes Verlag und auf deutsch erschienen und ich kann direkt sagen, dass das Buch tatsächlich sehr überzeugen kann, denn der Kommissar, DC Smith, ein älterer etwas bodenständiger aber trotzdem geheimnisvoller Veteran weckt sofort die Sympathie der Leser:innen und der junge Polizei-Assistent, der DC Smith zugeteilt wird bietet einen passenden Kontrast dazu. Am Anfang des Buches erfährt man, dass DC Smith nach einer schief gegangenen Ermittlung zurück im Dienst ist (nicht unbedingt zur Begeisterung seiner Vorgesetzten, die nichts dagegen gehabt hätten wenn er in Rente geht) und erst mal die Ermittlungen in einem auf den ersten Blick ziemlich harmlos erscheinenden Badeunfall abschließen soll: ein Teenager ist nach einer feucht fröhlichen Party am Fluss ertrunken. Doch nach Gesprächen mit Zeugen und dem Autopsiebericht hat Smith das Gefühl, dass an dem Tod des Jugendlichen etwas faul ist. 

Der Schreibstil des Buches ist ruhig und verfügt über einen leisen Humor, genauso ist das Buch zwar kurz, aber trotzdem entwickelt der Kriminalfall sich erstaunlich tiefgründig und außergewöhnlich. Mir gefiel auch, das viele Dinge irgendwie zwischen den Zeilen stehen, es einem aber trotzdem immer klar ist worauf die Geschichte hinaus läuft. 

Fast verwunderlich, dass es so lange gedauert ist, bis die Reihe im Deutschen Markt erscheint. Ich freue mich schon auf weitere Bände der Reihe.

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Buch-Tipp: „Rosa ist die Welt mit tiefblauen Flecken“ von Philipp W. Wilhelm

„Rosa ist die Welt mit tiefblauen Flecken“ von Philipp W. Wilhelm ist eines der beiden Bücher, die ich mir thematisch zur Pride Month im Juni herausgesucht habe. Es ist im Selbstverlag erschienen und ist ein biografisch geprägter Roman über Johannes, der beim Besuch einer Vorstellung der „Rocky Horror Show“ in München über die er als Journalist eine Kritik schreiben soll, direkt in seineJugend im provinziellen Bayern zurück katapultiert wird und sich plötzlich mit seinem Aufwachsen als Kind und Teenager, der nicht „richtig reinpasst“, mit seinem eher distanzierten Verhältnis zu den eigenen Eltern und seinen wehmütigen Erinnerungen an die inzwischen verstorbenen Großeltern beschäftigen muss.

Mich hat das Buch extrem positiv überrascht und abgeholt, denn nur selten habe ich eine Geschichte, die aus Sicht eines Kindes erzählt wird, so authentisch und glaubwürdig wahr genommen. Man ist als Leser:in direkt selbst wieder 8,9 oder 10 Jahre alt und denkt und fühlt wie ein Kind. Dadurch wächst einem der junge Johannes sofort ans Herz und man ist mitten drin in der Geschichte. Auch sprachlich ist das Buch extrem stark. Im Lektorat gab es 2-3 Fehler, was ich für ein Buch im Selbstverlag aber völlig im Rahmen finde (zumal man heutzutage leider auch in professionell lektorierten Büchern von großen Verlagen derartiges vorfindet).

Toll fand ich, dass der Protagonist Johannes ein ähnlicher Jahrgang ist wie ich selbst, weswegen viele seiner Kindheitserinnerungen bei mir direkt nostalgische Gefühle wecken (allein die Bedeutung von Masters of the Universe Action Figuren für Kinder in den 80ern…), so dass ich mich mit vielen seiner Erlebnisse identifizieren konnte.

Ein absoluter Lese-Tipp für jeden der gerne berührende Coming-of-Age Bücher liest. Die Rocky Horror Show zu kennen und zu mögen ist ein weiterer Pluspunkt, aber absolut nicht nötig um Spaß an dem Buch zu haben.