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Jugendbuch-Tipp: „Optimisten sterben früher“ von Susin Nielsen

Optimisten sterben früher“ ist ein Young Adult Roman der kanadischen Jugendbuchautorin Susin Nielsen. Hauptfigur ist die Jugendliche Petula, die seit dem Tod ihrer kleinen Schwester im Alter von 3 Jahren übervorsichtig und mit diversen Angst- und Zwangsstörungen belastet durchs Leben geht. Sie gibt sich die Schuld am Tod ihrer Schwester, denn diese erstickte im Schlaf an einem Knopf eines Anzugs, den Petula für sie genäht hatte. Seitdem versucht Petula jedes Risiko für sich selbst und ihre Familie auszuschalten, sammelt Artikel über tragische und unwahrscheinliche tödliche Unglücke, übererfüllt selbst ohne Corona jegliche Hygieneanforderungen und dazu sieht sie es noch als Aufgabe an die Ehe ihrer Eltern am Laufen zu halten, indem sie auch den Familienalltag möglichst konfliktfrei gestaltet. Bei einer schulischen Kunst-Therapiegruppe (von den Kids zynisch „Basteln für Bekloppte“ genannt) lernt sie Jacob kennen, der nach einem Unfall auf Petulas Schule gewechselt ist, eine Armprothese trägt und die Gruppe trotz seiner eigenen Probleme durch seine positiven Impulse bereichert. Auch Petula öffnet sich ihm langsam und – wie in Young Adult Romanen unvermeidlich 😉 – verliebt sich in ihn. Doch es stellt sich heraus, dass Jacob über seine eigene Vergangenheit nicht ehrlich war…

Der Roman ist sicher für einen Young Adult recht typisch und hat all die üblichen „Inhaltsstoffe“, trotzdem fand ich, dass er definitiv sehr positiv heraussticht. Die Charaktere sind farbig und lebendig gezeichnet und sehr charmant, mit Petula kann sich vermutlich jeder identifizieren, der Schreibstil ist trotz des schweren Themas humorvoll und leicht und die ganze Geschichte ist mindestens so humorvoll wie traurig. Von dem her eine absolute Leseempfehlung.