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Jugendbuch-Tipp: „Comedy-Queen“ von Jenny Jägerfeld

„Comedy Queen“ von Jenny Jägerfeld ist ein schwedisches Jugendbuch, in dessen Mittelpunkt die gerade 12 Jahre alt gewordene Sasha steht. Sasha lebt seitdem ihre depressive Mutter Selbstmord begangen hat zusammen mit ihrem Vater und hat nur ein neues Ziel, sie möchte unbedingt Stand-Up Comedienne werden. Denn ihre Mutter brachte seit Jahren Menschen zum weinen und traurig sein und Sasha ist überzeugt, möchte sie im Leben bestehen, muss sie alles genau gegenteilig machen wie ihre Mutter. Dafür hat sie extra eine Liste mit Dingen gemacht, die sie auf keinen Fall machen möchte und dazu gehören nicht nur Dinge die ihre Mutter gerne getan hat wie „in den Wald gehen“ oder „Bücher lesen“ (was Sashas schulisches Weiterkommen in eine schwere Krise versetzt, da es auch für Schulbücher gilt), sondern eben auch „Comedy Queen werden“ und „gar nicht erst versuchen sich um etwas Lebendiges zu kümmern“. Da Sasha niemandem von der Liste erzählt, führt ihr Verhalten zu so einiger Irriation bei Familie und Freunden und als ihr Vater sie auch noch zu einer psychologischen Beratung animieren möchte, um über den Tod der Mutter zu sprechen, ist Sasha umso entschlossener zu jeder Zeit möglichst normal und fröhlich rüber zu kommen.

Obwohl das Buch ein trauriges Thema hat, ist es nie deprimierend oder besonders düster, denn Sasha ist eine sehr sympathische und liebenswerte Hauptperson und ihre Erlebnisse sind mit viel Witz und Selbstironie erzählt, so dass das Buch das traurige Thema Depression und Verlust zwar 100% ernst nimmt, aber trotzdem einen Ton findet, der auch jugendliche Leser ansprechen dürfte und der das ganze Buch charmant und trotzdem berührend und einfühlsam macht. Empfohlen wird das Buch für die Altersgruppe 10 – 12 Jahre, aber ich fand es auch als Erwachsene sehr lesenswert.

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Buchtipp: „Kurt“ von Sarah Kuttner

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, dass schon lange auf meiner persönlichen Wunsch-Leseliste steht, nämlich „Kurt“ von Sarah Kuttner.

Lena ist gerade mit ihrem Freund Kurt aus Berlin aufs Land in Brandenburg gezogen. Denn dort wohnt auch Kurs kleiner Sohn (der kleine Kurt) , für den er sich das Sorgerecht mit seiner Ex-Freundin Jana teilt. Während Jana und der große Kurt versuchen sich in einem Chaos aus Umzugskartons und unrenoviertem (aber günstigem) Haus ein Zuhause zu schaffen, hadert Lena außerdem noch mit ihren neuen Rolle als Teilzeit-Stiefmutter, denn bisher hatte sie den kleinen Kurt nur an einzelnen Tagen oder mal im Sommer längere Zeit. Jetzt wohnt er jede 2. Woche bei ihnen und sie ist sich unsicher inwieweit sie sich in die Erziehungen einmischen kann, versteht sich eher mäßig mit der humorlosen Jana und sucht nach ihrer Rolle in dem Dreiergespann.

Doch dann passiert das Unfassbare: der kleine Kurt stirbt durch einen Unfall in der Schule, völlig unerwartet, ohne, dass es einen Schuldigen gibt. Und statt einem Neuanfang finden sich Lena und Kurt in einem Albtraum und Lena sucht weiterhin nach ihrer Rolle, diesmal als Freundin eines trauernden Vaters, der sie gerade nicht mehr an seinem Leben teilhaben lassen kann Werden Lena und der große Kurt es schaffen sich wieder aneinander anzunähern?

„Kurt“ ist nach „Mängelexemplar“ schon das 2. Buch von Sarah Kuttner, das ich gelesen habe und beide Bücher haben mich zu 100% überzeugt. Das Thema von „Kurt“ ist natürlich sehr tragisch und traurig, trotzdem handelt es sich bei dem Roman nicht um ein trauriges Buch, eher sogar um ein sehr humorvolles und hoffnungsvolle. Auch wachsen einem die wenigen, aber sehr liebevoll gezeichneten Charaktere fast sofort ans Herz. Von mir eine definitive uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Young Adult Tipp: „Bis die Zeit verschwimmt“ von Svenja Buchner

„Bis die Zeit verschwimmt“ von Svenja Buchner ist ein Young Adult Roman, der ein schwieriges Thema angeht. Die 15-jährige Helene Mey und ihre Freundin Cassie sind unzertrennliche Freundinnen. Bis zu dem Zeitpunkt als ein ehemaliger Mitschüler der beiden an der Schule einen Amoklauf begeht. Cassie ist unter den Toten und Helene hadert mit ihrem Überleben, Schuldgefühlen und ihrer Wut. Sie erträgt die Vorstellung nicht, dass der Täter Cassie zufällig ausgewählt hat und möchte unbedingt herausfinden, ob der Täter Cassie oder die anderen Opfer kannte, um einen Sinn hinter der Tat zu finden. Etwas Halt in dieser schwierigen Zeit gibt ihr nur ihre Freundschaft zu dem zwei Jahre älteren Erik, für den aber auch Cassie vor ihrem Tod schwärmte. Als Erik Interesse an Helene zu zeigen beginnt, möchte sie dieses deswegen erstmal gar nicht zulassen…

Der Roman hat also die typischen Zutaten eines Young Adults Romans, auf der einen Seite ein durchaus schweres Thema, das für viele Teenager Relevanz haben dürfte. Auf der anderen Seite die im Genre fast schon obligatorische Liebesgeschichte. Vom Schreibstil hat mir das Buch hervorragend gefallen, der ist eingängig, trotzdem durchaus etwas poetisch und Helene ist ein sehr interessanter und vielschichtiger Hauptcharakter, nicht auf den ersten Blick liebenswert, oft in ihrem Zorn egoistisch und etwas rücksichtslos, aber mit dem Herz auf dem rechten Fleck.

Ihr Trauerprozess und wie sie langsam ins Leben zurückfinden wird ist glaubhaft beschrieben, die Liebesgeschichte ist einfühlsam und nicht kitschig und die Thematik rund um die Nachwirkungen eines Amoklaufs auf Freunde, Familie und Helene selbst wird im Buch gut herausgearbeitet. Lediglich den Epilog des Buches fand ich vom Stil etwas mit dem Rest brechend und für mich wäre er auch nicht wirklich nötig gewesen.