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Buch-Tipp: „Suki“ von Salih Jamal

„Suki“ von Salih Jamał fiel mir durch das farblich auffällige Cover sofort ins Auge. Das Buch dahinter ist aber gar nicht laut, sondern eine leise und berührende Geschichte über zwei Menschen, die auf der Suche nach Kontakt sind: Suki ist 16 Jahre alt, schon zwei mal sitzen geblieben und sie passt nicht so richtig rein, in ihre Schule, ihre Klasse, ihr Leben…Sie eckt an, hat aber gute Gründe sich abgeschnitten und verlassen zu fühlen. Anna Fischer ist eine von Sukis Lehrerinnen, viel miteinander zu tun haben die beiden eigentlich nicht, außer in Schulstunden in denen Suki nichts beiträgt. 

Kurz vor Weihnachten entsteht durch einen Zufall ein kleiner Kontakt zwischen diesen beiden Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen sehr alleine sind und innerhalb weniger Tage verändert sich das Leben der beiden, wenn auch nur ein kleines bisschen. 

Das Buch erzählt keine große Geschichte, die ganze Handlung passiert innerhalb weniger Tage vor und nach Weihnachten und obwohl die Protagonist:innen eher traurig sind schafft der Autor es viel Wärme und Hoffnung zu verbreiten. In dem Sinne auch ein perfektes Buch für Herbst oder Winter (oder für die gleichen Tage an denen die Handlung spielt). 

Besonders erwähnenswert für mich außerdem das Nachwort, in dem der Autor auf wenigen Seiten eine für mich absolute perfekte Analyse der Belastungen des aktuellen Jahrzehnts formuliert, allein wegen des Nachworts würde ich dieses Buch jedem empfehlen, was aber den Roman an sich keineswegs schmälern soll.

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Buch-Tipp: „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tolkien

Jedes Jahr suche ich mir ein Buch von der Longlist des Deutschen Buchpreises zum Lesen aus. „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tolkien hat es zwar nicht auf die Shortlist geschafft, war aber definitiv eine gute Wahl. Bei dem Debütroman der Autorin handelt es sich um ein weiteres Werk aus dem aktuell sehr beliebten Genre der autofiktionalen Erzählungen: Die Protagonistin Lale hat keinen guten Start ins Leben. Ihre Mutter hat ein Drogenproblem und Lale kommt schon auf Entzug und zu früh ins Leben. Als ihre Mutter ihr als Kleinkind auch noch versehentlich Zugang zu Drogen gewährt, wird Lale ihrer Mutter weggenommen und landet einige Zeit später bei Freunden ihres Vaters in einer Berliner Männer-WG, in die später ihr leiblicher Vater auch einzieht. Dort geht es auch ziemlich wild zu und nicht alle der dort lebenden Männer haben Lales Wohl im Sinn. Obwohl es immer wieder Menschen in Lales Leben gibt die sich einigermaßen kümmern fehlen Schutz und Vertrauen…

Das Buch schildert Lales Aufwachsen bis ins Erwachsenenleben, mit einer nüchternen und direkten Sprache und ich persönlich fand das Buch trotz der teilweise sehr schweren Themen nicht übermäßig düster oder bedrückend, vielleicht liegt es an der etwas distanzierten Erzählweise, die ich aber trotzdem sehr feinfühlig und bewegend fand. Lale ist ein Mensch mit dem man sich absolut identifizieren und mitfühlen kann, ihre Suche nach Stabilität und sich selbst wird toll geschildert und auch die schwierigen Verhältnisse und das Fehlverhalten der Erwachsenen wird ungeschönt, aber nie verurteilend beschrieben. Insgesamt ein sehr besonderer und lesenswerter Roman.

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Buch-Tipp: „Lila Wolken im Kopf“ von Alicia Zett

„Lila Wolken im Kopf“ von Alicia Zett ist bereits jetzt eines meiner Lese-Highlights von 2026. Das Buch wiederum ist nicht ganz neu, sondern eine überarbeitete und modernisierte Neuauflage von Alicia Zetts Debütroman „Traumtänzerin“, der damals im Self-Publishing erschienen ist. Da ich den Ursprungsroman aber nicht kenne, war der romantische Jugendroman komplett neu für mich.

Charlie, die Protagonistin des Buches steht kurz vor dem Abitur und versucht die letzten Woche an der Schule hinter sich zu bringen. Zwar hat sie an der Schule zwei sehr enge Freunde, doch in letzter Zeit stürzt gerade das sie ins Gefühlchaos, denn sie ist verliebt in ihre beste Freundin Mia, die davon rein gar nichts weiß und selbst in einen Mitschüler verliebt ist. Als Mia tatsächlich mit diesem zusammen kommt, ist Charlie am Boden zerstört und nimmt zunächst gar nicht wahr, dass Victoria, eine der beliebten Mädchen der Schule , die sonst nur gemeine Kommentare für Charlie übrig haben, plötzlich erstaunlich nett zu ihr ist…

Das Buch behandelt so einige Probleme, Charlie kommt aus einem nicht ganz einfachen Elternhaus, vor ihrem Vater hat sie Angst und auch gegenüber ihrer Mutter kann sie sich ein Coming Out nicht vorstellen. Trotzdem bleibt das Buch sehr leicht und locker und mich hat der mitreißende Schreibstil von Alicia Zett einfach total abgeholt, es macht einfach richtig Spaß mit Charlie mitzufiebern und ich finde das Buch ist absolut auch für erwachsene Leser:innen geeignet, auch wenn die Themen Erste Liebe, familiäre Konflikte und Freundschaft natürlich primär Teenager ansprechen sollen. Ich lese aber gerade im Romance Bereich besonders gerne Young Adult Romane, da ich bei diesem Thema in diesem Genre irgendwie mehr Leichtigkeit und Intensität wahr nehme, vielleicht die Magie der ersten Liebe 😉

Auch die Unsicherheiten die Charlie wegen der Entdeckung ihrer sexuellen Orientierung erlebt sind absolut glaubwürdig und sensibel geschildert, so dass das Buch durch Ernsthaftigkeit auf der einen Seite und viel Humor und Romantik auf der anderen Seite überzeugt.