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Krimi-Tipp: „Alles wird Asche“ von Nele Neuhaus

„Alles wird Asche„ ist der neueste Roman der Reihe rund um Pia Sander und Oliver von Bodenstein von Nele Neuhaus. Ich habe die meisten (alle?) der früheren Bücher der Reihe gelesen und meist Spaß daran gehabt, auch wenn einige Bücher etwas langatmig waren. „Alles wird Asche“ hat 560 Seiten und ist somit auch wieder umfangreich geraten. Ich kann schonmal sagen, dass mein Fazit ähnlich ausfällt wie meistens: das Buch hat mir gefallen, es hatte aber auch ein paar Längen. Von dem her würde ich es im soliden Mittelfeld einordnen. Zumindest schafft es Nele Neuhaus bisher ihre Reihe auf gleichbleibendem Niveau zu halten. Inhaltlich wagt sie sich an ein hochaktuelles Trendthema: im Mittelpunkt steht ein Unternehmen, dass eine extrem leistungsfähige KI (Prometheus) entwickelt hat und mit der die (deutsche) Tech-Firma ein Vermögen scheffeln könnte, doch diese hatte einen ungewöhnlichen Geschäftsführer, ein Tech-Milliardär der moralische Bedenken über Geldgier stellt (so weit so unrealistisch). 

Dieser Tech-Milliardär ist aber zu Beginn des Buches schon einige Jahre tot, seine Familie und das Umfeld des Unternehmens hat trotzdem nicht von Prometheus profitiert und plötzlich werden nach und nach Menschen grausam ermordet, die in die Geschäfte rund um die revolutionäre KI verwickelt waren.  

Pia und Oliver Bodenstein versuchen herauszufinden was hinter dem Ganzen steckt während vor allem Pia gleichzeitig mit Irrungen und Wirrungen ihres Privatlebens zu kämpfen hat (Bodenstein bleibt deswegen in diesem Buch relativ blass, denn er hat außer klassischer Ermittlungsarbeit nicht viele Anteile). 

Das Buch beschreibt die Geschehnisse aus unzähligen verschiedenen Perspektiven , trotzdem gelingt es der Autorin die Charaktere recht überzeugend zu entwickeln, so dass sie nicht austauschbar wirken. Auch die Beschreibung der KI-Thematiken wirkt auf mich (die beruflich in der Tech-Branche tätig ist) relativ authentisch, wobei die Autorin auf Nummer sicher geht und sehr oberflächlich bleibt. 

Eventuell hätte etwas weniger Umfang und Komplexität die Krimi-Handlung etwas spannender gemacht, trotzdem fand ich das Buch insgesamt gelungen.