Allgemein, Bücher

(Verspätete) Bücher-Highlights aus 2015

Bevor 2016 zu weit voranschreitet, möchte ich noch ein paar persönliche Buch-Highlights aus der 2. Hälfte von 2015 vorstellen, also Bücher, die ich überdurchschnittlich gut fand oder die ich aus einem anderen Grund besonders erwähnenswert finde.

1. Katharina Hartwell:  „Der Dieb in der Nacht“ – Genre: Belletristik

„Der Dieb in der Nacht“ ist der zweite Roman der Autorin Katharina Hartwell. Ihr Erstlingswerk „Das Fremde Meer“ hat mir auch schon sehr gut gefallen, vor allem die poetische und wunderschöne Sprache und die spannende Grundidee hatten mir es da wirklich angetan. Allerdings gab es in dem Erstlings-Roman im Mittelteil für mich doch ein paar Längen, so dass mich der Roman nicht komplett vom Hocker gerissen hat. „Der Dieb in der Nacht“ kommt jetzt im Vergleich etwas kompakter und gradliniger und weniger mystisch herbei.

Im Fokus der Geschichte steht das Verschwinden des 19-jährigen Felix. Er verschwand vor einigen Jahren plötzlich spurlos, ein Ereignis, dass das Leben seiner Familie und seines besten Freundes Pauls nachhaltig beeinflusst und geprägt hat. Das Buch beginnt mit Paul, der in Prag plötzlich unerwartet einen mysteriösen Mann, Ira Blixen, trifft, der ihn an seinen Jugendfreund Felix erinnert, obwohl er ihm eigentlich gar nicht ähnlich sieht. Als sich herausstellt, dass Blixen auch noch nach einem Gedächtnisverlust keine Erinnerung an sein früheres Leben hat, ist Felix nach kurzer Zeit völlig überzeugt, Felix vor sich zu haben. Er lädt Blixen in sein Leben und nach Deutschland ein, eine Entscheidung die weitreichende Folgen für alle Beteiligten haben wird.

Das ganze Setting des Buches ist sehr düster und mysteriös, die Sprache ist einfach unheimlich schön und poetisch und dabei manchmal unheimlich treffend und zum Denken anregend, so dass man eigentlich ständig das Bedürfnis hat, irgendwelche Textzeilen zu unterstreichen. Aber auch die Story an sich hat mich wirklich überzeugt, im Mittelpunkt stehen Paul und Felix‘ Schwester Louise, später auch Felix‘ Mutter Agnes. Das ganze Buch ist ein psychologisches Verwirrspiel um Blixen und um die Reaktionen der Personen auf ihn und um ihre Beziehungen untereinander. Dabei handelt es sich nicht um „leichte“ Lektüre, man muss sich schon konzentrieren und nachdenken, die Belohnung ist ein sehr komplexes, kreatives und für mich trotz der düsteren Grundstimmung sehr schönes Buch.
Ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass es nicht jedermans Geschmack trifft, aber von mir persönlich eine eindeutige Leseempfehlung.

2. Gillian Flynn – „Cry Baby“ – Genre: Thriller/Krimi

Thriller und Krimis lese ich ja inzwischen nicht mehr ganz so viel wie früher, da diese doch zu oft nach dem gleichen 08/15 Schema geschrieben sind. Über Ausnahmen zu der Regel freue ich mich aber immer.

Gillian Flynn’s Schreibstil hat mir schon in „Gone Girl“ sehr gut gefallen. Dem Klappentext zufolge handelt es sich bei „Cry Baby“ um ein früheres Werk, das erst jetzt veröffentlicht wurde. Das birgt ja oft die Gefahr, dass es sich dabei um ein eher schwaches Erstlingswerk handelt, das nachträglich veröffentlicht wird, um auf der Erfolgswelle mit zu schwimmen. Aber „Cry Baby“ muss sich meiner Meinung nach hinter den anderen Büchern der Autorin keineswegs verstecken.

Hauptfigur der Geschichte ist die Journalistin Camille aus Chicago, die von ihrem Chef zurück in ihre Heimatstadt (eine Kleinstadt in Missouri) geschickt wird, um eine Story über 2 dort verschwundene und ermordete kleine Mädchen zu schreiben. Schnell wird klar, dass es sich bei Camille nicht um eine typische Heldin handelt, schleppt sie doch eine ganze Menge Probleme und Wunden aus der Vergangenheit mit sich herum. Und in ihrer Heimatstadt, zurück bei ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrer 13-jährigen Halbschwester fangen die Probleme erst so richtig an. Camille muss sich mit ihrer Mutter, ihrer Halbschwester, ihrer Vergangenheit und den aktuellen Morden auseinandersetzen…

Mir hat das Buch von Anfang an sehr gut gefallen, was es wirklich auszeichnet ist die bissige und ironische Art, die Gillian Flynn’s Schreibstil auszeichnet, sowie das (nicht sehr schmeichelhafte) Porträt, dass sie von den Charakteren und der Kultur dieser amerikanischen Kleinstadt im Mittleren Westen zeichnet. Was man sich von einem Buch von Gillian Flynn nicht gerade erhoffen sollte, sind liebenswerte sympathische Charaktere, irgendwelche „netten“ und halbwegs geistig gesunden Menschen waren in diesem Buch kaum aufzutreiben. Eventuell könnte man dem Buch vorwerfen die Charaktere und Geschehnisse etwas überzeichnet zu haben, aber es passt zu der Geschichte und hat mich kaum gestört. Ich fand die Handlung und das Verhalten der Personen im Buch aber durchaus teilweise ziemlich heftig und verstörend.

Als Thriller würde ich das Buch übrigens nicht unbedingt bezeichnen, den im Grunde ist die Geschichte recht vorhersehbar, die Spannung liegt in der Art und Weise wie sie aufgedeckt wird. Mir hat das Buch trotz ein paar kleiner Schwächen sehr gut gefallen.

3. Tanja Kinkel – „Schlaf der Vernunft“ – Genre: Belletristik/Geschichte

„Schlaf der Vernunft“ ist mein erstes Buch von Tanja Kinkel. Ich habe von dieser Autorin zwar schon oft gehört, da sie aber meistens historische Romane aus den länger vergangenen Jahrhunderten schreibt (was leider überhaupt nicht mein Genre ist), habe ich tatsächlich noch keines ihrer Bücher gelesen.

„Schlaf der Vernunft“ beschäftigt sich zwar auch mit der Vergangenheit, aber mit der jüngeren deutschen, konkret spielt der Roman auf 2 Zeitebenen, einmal in den 70’er Jahren und einmal 1998. Der Roman dreht sich dabei, um das Leben von Martina, einer fiktiven RAF-Terroristin, die bis 1998 im Gefängnis saß, weil sie an einem Attentat auf einen (ebenfalls fiktiven) Staatssekretär beteiligt war. Der Roman beginnt im Jahr 1998 mit Martina’s Begnadigung. Im Mittelpunkt der Geschichte steht nicht nur Martina allein, sondern auch ihre Tochter Angelika und eine ganze Menge anderer Personen, die durch Martina’s Taten der Vergangenheit beeinflusst wurden: ein ehemaliger Leibwächter, der das Attentat knapp überlebte, Angehörige der Opfer, eine ehemalige Freundin Martina’s, die es zur erfolgreichen Politikerin gebracht hat. Das Buch springt dabei in der Erzählung ständig zwischen den beiden Zeitebenen und den verschiedenen Personen hin und her, was aber hervorragend umgesetzt ist. Ein Großteil der Geschichte nimmt die schwierige Mutter-Tochter-Geschichte ein und schildert wie Angelika in ihrer Kindheit den verwirrenden „Verlust“ der Mutter, die sie verlassen hat, um in den Untergrund zu gehen, verkraftet hat und wie sie im Heute damit zurecht kommt, dass ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen wird.

Weiterhin wird auf beeindruckende Art und Weise aufgezeigt was die Entlassung von Martina auch Jahre später für Auswirkungen auf die Angehörigen ihrer Opfer hat.

Die Teile des Romans, die in den 70’er Jahren spielen erzählen vom Leben der jungen Martina, wie sie überhaupt erst in den Dunstkreis der RAF geriet und schildert ihre zunehmende Radikalisierung. Diesen Teil fand ich besonders lehrreich, da ich zu jung bin, um mich an diesen Teil der deutschen Geschichte selbst zu erinnern und definitiv auch zu wenig darüber weiß (ich habe mir vorgenommen jetzt wirklich unbedingt mal den „Baader-Meinhof-Komplex“ zu lesen, was ich mir schon seit Jahren vornehme).

Ein paar winzig kleine Schwächen hat der Roman sicherlich auch, ein paar der Dialoge (vor allem zwischen Angelika und Martina) wirken auf mich doch etwas zu konstruiert, aber das sind nur Kleinigkeiten. Insgesamt erhält der Roman von mir eine absolute Leseempfehlung, da er spannende Unterhaltung, mit lehrreichen, aufwändig recherchierten Informationen und einer sehr gelungenen Sprache kombiniert. Definiert eines meiner Lese-Highlights von 2015.

4. Andrea Volk – „Auf den Hengst gekommen“ – Genre: Krimi/Humor

Gut, dieses Buch ist nicht tatsächlich überdurchschnittlich gut, aber ich möchte es als Reiterin und Pferdefreundin hier trotzdem erwähnen, weil es generell sehr sehr wenige gute Bücher gibt, in denen Pferde eine zentrale Rolle spielen.
Normalerweise mag ich eher keine Bücher aus dem Genre „Humor“. Und schon gar keine, die auch noch mit einem „humorvollen“ Cover ausgestattet sind (der Grund dafür ist nicht, dass ich nicht gerne lustige Bücher lese, sondern dass bei Humor halt die Geschmäcker oft so stark auseinander gehen, dass es nie gesagt ist, ob das jeweilige Buch den eigenen Humor trifft oder völlig daneben liegt…) Deswegen hätte ich dieses Buch vermutlich übersehen, wenn ich es nicht zufällig durch  meine Mutter in die Hände bekommen hätte.

Oftmals sind Bücher oder Filme, die von Pferden handeln, ziemlich kitschig und auch unrealistisch und wenn man sich selbst mit Pferden auskennt, verdreht man ob der Geschehnisse oftmals die Augen. Dieses Buch wurde aber offenbar tatsächlich von einer Reiterin (mit Pensionsstallerfahrung) geschrieben, denn alles was dort im Bezug aufs Reiten und den Umgang mit, sowie die Haltung von Pferden zu lesen ist, ist doch sehr fundiert. Die Stärken des Buches liegen meiner Meinung nach eindeutig auf der Seite des Humors, der Schreibstil ist ironisch und kabarettistisch (entsprechend natürlich etwas überzogen, aber für meinen Geschmack gerade richtig, ich könnte mir aber vorstellen, dass der Stil nicht für jeden passt) und hat mich überzeugt und gut unterhalten. Die Geschehnisse auf dem Einstellbetrieb von Bauer Helmut (der eine grandiose und definitiv gar nicht mal so übertriebene Darstellung eines Stallbesitzer-Bauerns ist 😉 ) und die Darstellung der verschiedenen Einsteller sind teilweise wirklich zum Schießen komisch und geben die Realität eines durchschnittlich durchgeknallten Einstellbetriebs durchaus wirklichkeitsnah wieder.

Die Krimihandlung ist tatsächlich auch gar nicht so schlecht, aber für mich jetzt nicht der Hauptpunkt, der den Krimi lesenswert macht. Ergänzt wird das Ganze auch noch durch einige Gedanken zum Thema Tierschutz und artgerechte Handlung, die durchaus so gut in die Handlung integriert sind, dass es nicht bemüht wirkt.

Insgesamt ist das sicher nicht der beste Krimi aller Zeiten, aber sehr kurzweilig und lustig und für Reiter(innen) auf jeden Fall zu empfehlen.

5. Monika Fagerholm – „Das amerikanische Mädchen“ – Genre: Belletristik

„Das amerikanische Mädchen“ ist noch ein Roman auf den ich rein zufällig gestoßen bin, der Titel und das packende Cover haben es mir angetan als ich auf einem Buchportal nach gebrauchten Büchern stöberte.

Der Schreibstil und die Erzählweise des Romans sind sicherlich sehr außergewöhnlich. Der Schreibstil ist poetisch, für mich aber gleichzeitig sehr klar und präzise und außergewöhnlich schön. Die gesamte Geschichte wird im Grund zeitlich linear erzählt. Allerdings sind dementgegen die einzelnen Unterabschnitte nicht wirklich linear erzählt, meist wird man als Leser komplett ohne Kontext in eine Szene geworfen, deren Bedeutung und Handlung und Charaktere sich erst mit der Zeit aus der fortlaufenden Erzählung ergibt. Das macht das ganze Leseerlebnis zu einem Puzzle, das aber hervorragend aufgelöst ist, immer fallen alle Teile innerhalb kurzer Zeit auf ihren Platz und mir hat gerade das gefallen, denn auch die Charaktere erwachen so mit dem Text Schritt für Schritt zum Leben. Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder Leser mit der Erzählweise zurecht kommt, was auch die recht unterschiedlich ausfallenden Bewertungen erklären dürfte (also ist dies kein Buch, dass ich generell weiterempfehlen würde, vor allem nicht, da es auch noch sehr dick ist). Für mich funktioniert das Buch aber perfekt, es entwickelt gerade durch die besondere Erzählweise einen richtigen Sog und ich fand es auch keineswegs schwierig der Handlung zu folgen. Es ist aber sicherlich kein Buch, das man nebenher so runterlesen kann, sondern es erfordert schon etwas Konzentration.

Zum Inhalt möchte ich gar nicht so viel sagen, da für mich in dem Buch ganz klar die Charaktere und ihre Interaktionen im Vordergrund stehen, in dem Buch geht es für mich um das Erwachsen werden, um Geheimnisse, um Liebe, um Beziehungen, um Verluste, um Familiengeheimnisse und darum wie gefährlich die Vermischung von Realität und Fantasie werden kann.

Für mich eine Ausnahmebuch und dadurch ganz klar eine 5 Sterne Bewertung.

Reiten

Klassiker der Reitliteratur rezensiert (Teil 1)

Reitlehre“ von Wilhelm Müseler

Neulich hat bei mir am Stall jemand alte Pferdebücher zum Verschenken ausgelegt, dabei habe ich mir ein paar gegriffen, entweder welche, die ich schon immer mal lesen wollte und zwei von denen ich noch gar nichts gehört hatte. Zur ersten Kategorie gehört die „Reitlehre“ von Wilhelm Müseler und zwar in der 44. Auflage von 1981. Das Buch stammt im Original aus dem Jahr 1933. Die neueste Ausgabe ist von 2005, diese ist laut Beschreibung zusätzlich mit Fußnoten versehen, in denen Begrifflichkeiten und Aussagen näher erklärt werden, die aus heutiger Sicht irreführend wirken können. Diese Ausgabe habe ich aber selbst noch nicht gesehen. Die Ausgabe von 1981 ist auch überarbeitet worden (entsprechend steht Kurd Albrecht von Ziegler als Co-Autor mit drin)

Das Buch gliedert sich grob in ca. 3 Teile, im ersten geht es vor allem um die Ausbildung des Reiters und den Reitersitz. Im 2. Teil geht es primär um die Ausbildung des Pferdes, die grob in 3 Phasen aufgeteilt ist (Arbeit mit dem ungerittenen Pferd, Grundausbildung der Dressur und weiterführende Ausbildung). Im 3. Teil werden Lektionen vorgestellt, sowie die verschiedenen Reit-Disziplinen und Prüfungen.

Der erste Teil zum Reitersitz ist einerseits sehr gelungen, vor allem betont der Autor dort Dinge, die heute gerne als neue „Methoden“ oder Erkenntnisse verkauft werden (nämlich zum Beispiel die Notwendigkeit sich Aufzuwärmen und durch gymnastische Übungen ohne Pferd die Grundlagen für einen geschmeidigen Reitersitz zu legen). Weiterhin wird viel Wert darauf gelegt zu betonen, dass es nichts bringt, den Reiter in eine starre „korrekte“ Schablone zu pressen. Eine große Schwäche des Buches, von der mich auch schon diverse Ausbildung gewarnt haben, ist die Beschreibung der „Kreuzhilfe“, die auch einen ganz schön großen Umfang hat. Abgesehen davon, dass der damals verbreitete Begriff des „Kreuz anspannens“ aus heutiger Sicht auch biomechanisch nicht viel Sinn macht (wenn dann sind es bekanntlich eher die Bauchmuskeln, die man zum Reiten kontrolliert anspannen können muss), ist das ganze Kapitel zum Kreuz anspannen tatsächlich so unglücklich beschrieben, dass es auch mit größtem Wohlwollen nicht möglich ist, diese Beschreibung nicht als die Aufforderung zum extensiven Schieben mit dem Sitz zu interpretieren. Dieser Teil ist also definitiv mit Vorsicht zu genießen.

Am Besten gefallen hat mir der 2. Teil des Buches, in dem es um die Ausbildung des Pferdes geht, hier sind die Beschreibungen größtenteils sehr präzise und hervorragend verständlich. Grade die Beschreibung der Losgelassenheit und woran man diese erkennt finde ich deutlich praxisnäher und verständlich als die eher knappen und theorie-lastigen Ausführungen in vielen modernen Reitbüchern. Auch die Lektionen und wozu sie dienen und wie sie erarbeitet werden ist sehr gut beschrieben, außerdem wird sehr viel Wert darauf gelegt zu betonen, dass man ein gut gerittenes Pferd nicht anhand einer bestimmten Haltung (schon gar nicht Kopf/Hals-Haltung) oder Momentaufnahme erkennt, sondern dies nur anhand des Gesamtbildes des Pferdes in Bewegung beurteilen kann. Konsequenterweise verzichtet der Autor deswegen auch komplett auf schematische oder bildliche Darstellungen einer „richtigen“ Haltung.

Den 3. Teil des Buches fand ich nicht ganz so interessant, da darin zwar viele Themen abgehandelt werden, allerdings meist eher oberflächlich (so zum Beispiel die Arbeit mit Bodenricks/Cavaletti oder das Springen und eine kurze Auflistung von Ausrüstungsgegenständen und Hilfsmitteln). Hier wäre es vielleicht sinniger gewesen, sich ein Thema herauszugreifen und dieses so intensiv zu betrachten wie die Dressurausbildung in den ersten 2/3 des Buches.

Was mir an der Ausgabe, die ich gelesen habe nicht sooo gut gefallen hat, ist das nicht wirklich erkennbar ist, welche Textteile „original“ aus 1933 stammen und welche überarbeitet wurden (manchmal lies sich nur aus dem Zusammenhang – technische Entwicklung oder Beschreibung von „Freizeitreitern“-  vermuten, dass die Aussagen eher nicht von 1933 stammen). Das die Erstausgabe schon über 70 Jahre alt ist, merkt man dem Text allerdings kaum an, dieser ist gut verständlich. Aus heutiger Sicht eher amüsant sind Tipps wie um erst mal einen lockeren Sitz zu bekommen auf dem Pferd zu singen, summen oder rauchen 😀 Letzteres würde man heute politisch korrekterweise wohl eher nicht mehr empfehlen.

Die Bilder in meiner Ausgabe stammen weitgehend aus den vergangenen Jahren und zwar aus Wettbewerben des Dressur- und Springsports, sowie aus der Vielseitigkeit. Sie sind fast alles sehr gelungen, haben aber nicht immer einen direkten Bezug zu dem geschriebenen Text (wenn dann illustrieren sie das Geschriebene aber passend).

Insgesamt liest sich das Buch gut und flüssig und sehr unterhaltsam (es ist auch kein allzu dicker „Wälzer“) und bietet sicherlich für jeden Reiter, der an der klassischen Reitweise Interesse hat viel zum Nachdenken und auch Umsetzen, sofern er daran denkt den Teil zum „Kreuz anspannen“ mit Vorsicht zu behandeln. Hier würden mich die Fußnoten der Ausgabe von 1995 definitiv interessieren, um herauszufinden ob dies dort entsprechend thematisiert wird.

 

 

 

Fitness

Fitnesstraining mit Gymondo – Rückblick nach 6 Monaten

Im Frühjahr 2015 habe ich meinen „Guten Vorsatz“ fitter zu werden in die Tat umgesetzt und mit dem regelmäßigen Training auf Gymondo angefangen (dazu hatte ich damals schon einen Bericht hier veröffentlicht). Zum Jahresende möchte ich noch ein finales Fitness-Fazit für 2015 ziehen.

Inzwischen habe ich auf Gymondo mehrere Programme absolviert:

  • Fit ins Frühjahr: ein Mix aus Cardio und Shaping Workouts
  • Bikini Body: erinnere ich mich nicht mehr so 100% dran, weiß nur noch, dass es mir am Wenigsten gefallen hat, bisher
  • Body Shape: ein reines Shaping Programm mit Ganzkörperworkouts
  • Body Transformation: ein Shaping Programm mit Tube und Kurzhanteln
  • (aktuell laufend) Bauch Beine Po: der Name sagt’s schon, wobei der Unterschied zu „Body Shape“ darin besteht, dass in jedem Workout jeweils nur eine bestimmte Muskelgruppe (z.B. Bauch oder Beine) trainiert wird, dafür extrem intensiv

Zusätzlich hab ich immer mal wieder einzelne Workouts ausprobiert, meistens aus dem Cardio Intervalltraining Bereich (HIIT und Tabata) und ab und zu mal ein Rücken- oder Yoga Workout. Mir persönlich haben die spezialisierten Programme am Besten gefallen, also die die ganz bewusst auf ein bestimmte Workout-Ziel (zum Beispiel Straffen) fokussiert waren. Die gemischten (Cardio und Kraft oder Cardio und Straffen) Programme fand ich irgendwie nicht so effektiv, diese sind sicher abwechslungsreicher, aber wenn man dann z.B. 4 Workouts in der Woche macht, hat man immer nur 1-2 mit einem bestimmten Thema und da fehlt mir etwas der rote Faden und ich hatte auch den Eindruck die Trainingseffekte sind geringer.

Ich habe für meine Bedürfnisse (Gewicht halten, Straffen und etwas Muskeln aufbauen) gute Erfahrungen damit gemacht, mich auf die Body Shaping und Kraft/Ausdauer zu konzentrieren (4x die Woche) und dann noch z.B. ein Yoga-Workout zusätzlich zu machen oder noch joggen zu gehen.

Wenn man Gewicht verloren möchte, ist es sicher sinnvoll zuerst vermehrt Cardio Einheiten zu machen. Dafür gibt es bei Gymondo auch reine Cardio-Programme, aber von denen habe ich noch keins ausprobiert, lediglich einzelne Workouts daraus.

Ich kann sagen, dass mir das Training mit Gymondo nach einem 3/4 Jahr noch nicht langweilig geworden ist und es gibt immer noch ein paar alte Programme, die ich noch nicht gemacht habe, aber gerne ausprobieren möchte (z.B. das „Sixpack“ Programm). Außerdem kommen immer mal wieder neue Programme dazu.

Mein Fitnessziel für 2016 wird sein, den aktuellen Level zu halten, eventuell noch etwas mehr bei der sichtbaren Definition der Bauchmuskeln zu erreichen (hier steht mir aber wenn dann eher die ErnährungSchokolade im Weg und nicht der Muskelaufbau 😉 ). Außerdem möchte ich gerne beweglicher werden, da ich trotz Yoga-Praxis relativ unbeweglich bin (ich glaube es liegt an meinem recht stark ausgeprägten Muskeltonus). Es ist zwar durch das Fitnesstraining tatsächlich schon viel besser geworden, aber etwas mehr Geschmeidigkeit und Beweglichkeit wäre trotzdem schön und vor allem beim Reiten sicher auch sehr nützlich.

Allgemein, Fitness

Story Running – Joggen mit Unterhaltung?

Für mein neues Handy hab ich mir zum Joggen wieder einen Fitness Tracker runtergeladen, diesmal „Runtastic“, da ich es zumindest gelegentlich immer ganz interessant finde die Laufstrecken (oder übrigens auch Ausreitwege) mit GPS aufzuzeichen, um einen Überblick über Dauer und Distanz zu bekommen.

In der App hab ich dann das „Story Run“ Feature entdeckt und nach etwas Googlen worum es sich dabei eigentlich handelt, beschlossen, dass es interessant genug klingt, um es mal zu testen. Story Runs sind so was wie Mini-Hörbücher zum Joggen, bei denen das Laufverhalten durch den Inhalt und die Musik der Story beeinflusst werden soll. Dabei gibt es aber keine tatsächlichen „Anweisungen“, sondern alles läuft unbewusst ab.

Den Story Run, den ich dabei ausprobiert habe war ein auf einem amerikanischen Kinofilm („Maze Runner – The Scorch Trials“) basierender 30 minütiger Lauf. Fand ich ganz lustig, da ich den ersten Teil von „Maze Runner“ mal als Buch gelesen habe. Inhalt war grob, dass man als Held zusammen mit seiner Schwester  vor irgendwelchen Kopfgeldjägern und Mutanten flieht („Maze  Runner“ ist so eine typische Jugendbuch-Endzeit-Dystopie). Die Idee von solchen Story Runs ist also den Läufer durch eine vermittelte Gefahr „anzutreiben“. Nicht alle Story Runs sind aber so aufgebaut, es gibt auch Läufe, die z.B. als virtuelle Stadtrundgänge konzipiert sind, z.B. durch Rio de Janeiro (hier stelle ich es mir aber schwer vor, mich da reinzuversetzen wenn ich in Wirklichkeit grad durch einen herbstlichen deutschen Nadelwald jogge, aber probiert hab ich’s noch nicht).

Zu meinem Eindruck: Ich bin tatsächlich deutlicher schneller gelaufen als sonst, wobei ich den Story Run vom Aufbau recht oft auf einem Level fand. Nachteil ist, dass man dadurch eventuell zu einem höheren Tempo angetrieben wird als es vom eigenen Fitness Level her aktuell Sinn macht. Die Story Runs sind aber generell eher sehr kurz gehalten (meiner war 30 Minuten) und eher für intensive Intervall Läufe gedacht. Ich war aber nach den 30 Minuten auch deutlich erledigter als sonst nach ner Stunde. War halt auf der Flucht 😉

Inhaltlich funktioniert das Ganze je nach dem mehr oder weniger gut. Wenn der Held grad erzählt, dass er einen abschüssigen unterirdischen Tunnel bergab flüchtet und man grad einen steilen Berg hochhechelt, leidet die Authentizität halt etwas.

Insgesamt finde ich die Idee aber sehr gut und die Beeinflussung des Laufverhaltens durch Musik und Dialoge im „Hörspiel“ funktioniert erstaunlich gut (andererseits ist das auch nicht so überraschend, weil ich finde es auch beim normalen Musikhören beim Laufen fast unmöglich den Laufrhythmus nicht an die Musik anzupassen, was echt stressig werden kann wenn man aus Versehen mal so was wie „Grease“ in seiner Mp3 Liste dabei hat 😉 ).

Die Qualität des fand ich ganz in Ordnung, mit einem richtigen Hörbuch kann so was natürlich nicht mithalten, aber das englische Original war vom Sprecher ganz gut gelesen (ob die deutsche Übersetzung auch was getaugt hätte weiß ich nicht). Es ist auch offensichtlich, dass die Story Runs, die auf irgendwelchen Filmen basieren primär als Promo gedacht sind, aber das macht ja nichts.

Bei Runtastic sind einige Story Runs umsonst, für Einige muss man bezahlen. Die Auswahl ist aber bisher noch recht klein, aber ich könnte mir vorstellen, dass es in Zukunft noch mehr solcher Konzepte fürs interaktive Fitness-Training geben wird.

Fitness

DVD-Rezension: YOGABASICS Grundkurs – 10 Stunden Yoga für Anfänger

Heute möchte ich mal eine DVD aus meinem Fitness-Programm vorstellen. Ich mache schon seit einigen Jahren Yoga, bis vor einem Jahr meist 1x wöchentlich einen Yoga-Kurs (davon die meisten Jahre als ich beruflich in München unterwegs war in dem wirklich hervorragenden „Yoga Institut München“). Seit ca. einem Jahr bin ich auch Zeitgründen dazu übergegangen eher zuhause zu üben und habe mir dafür einige Yoga-DVDs zugelegt, eine Reihe davon möchte ich heute vorstellen und zwar das „Anfänger“ Modul der YOGABASICS Reihe von Silvio Fritzsche (http://www.yogabasics.de/).

Der YOGABASICS Grundkurs besteht aus 5 DVDs mit insgesamt 10 Yoga-Einheiten á 60 Minuten, außerdem gibt es vor jeder Yoga-Einheit eine kurze theoretische Einführung. Vom Preis-Leistungsverhältnis (die DVDs kosten 39,90) finde ich das fast unschlagbar, denn sonst zahlt man gerne mal 15 – 20 Euro für eine DVD mit einem einzelnen Yoga- oder Fitness-Workout.  Jede der 10 Einheiten hat einen anderen Schwerpunkt z.B. beschäftigt sich die erste Einheit mit dem Thema „Standhaltungen“, die zweite Einheit mit „Vorbeugen“ und so werden alle wichtigen Arten von Yoga-Asanas tiefgehend behandelt. Am Anfang war ich etwas skeptisch über diese Einteilung, weil ich mich gefragt habe, ob es nicht zu einseitig oder anstrengend sein könnte 60 Minuten am Stück ähnliche Arten von Yoga-Übungen auszuführen. Aber die Yoga-Stunden sind sehr gut aufgebaut und auch wenn jede Einheit einen Schwerpunkt hat, werden genug ausgleichende Übungen integriert, so dass jede Stunde inhaltlich ausgewogen ist.

Von der Präsentation her ist die Reihe eher schlicht, ein normales Yoga-Studio (kein hipper Strand mit Chillout Musik in Thailand oder so 😉 ), Silvio Fritzsche, der die Übungen zeigt und anleitet und eine junge Frau, die die Übungen ausführt. Dabei ist positiv hervorzuheben, dass die Übende die Übungen zwar gut ausführt und Yoga-Erfahrung hat, aber es sich offensichtlich nicht um einen Profi handelt, sondern um eine ganz normale Schülerin mit Stärken und Schwächen. Ein paar kleine Schwächen gibt es in der Präsentation gelegentlich, so verwechselt Silvio Fritzsche bei den Ansagen gelegentlich mal links und rechts, was mich aber nicht besonders gestört hat. Außerdem ist anzumerken, dass Silvio Fritzsche aus Sachsen stammt und einen relativ stark ausgeprägten Dialekt hat, was für Menschen aus anderen Gegenden eventuell ein ästhetisches Problem darstellen kann (ich weiß, dass ich als Schwabe in der Hinsicht eigentlich nichts sagen darf 😀 ). Davon abgesehen finde ich Aufbau und Didaktik dieser Yoga-Reihe praktisch perfekt, besonders positiv hervorzuheben ist auch, dass der Fokus eindeutig auf der technisch korrekten und gesundheitlich unbedenklichen Ausführung der Übungen liegt und nicht auf irgendwelchen Verrenkungen. Im Fokus dieser Reihe liegen die Körper-Übungen, auf Atemtechnik und Meditationstechniken wird zumindest in dieser Reihe noch nicht eingegangen (es gibt aber natürlich wie üblich eine Endentspannung), es gibt aber seit einiger Zeit einen Aufbaukurs, der mehr in diese Richtung geht, den habe ich aber noch nicht.

Was ich aus eigener Erfahrung etwas zweifelhaft finde ist die Eignung dieser Yoga-DVDs für blutige Yoga-Anfänger oder Leute, die noch keine besonders ausgeprägte Grund-Fitness haben, den ich fand diese DVDs beim ersten Üben wirklich sehr anstrengend und auch vom Yoga her schon sehr anspruchsvoll. Der Grund hierfür ist vermutlich, dass es sich für mein Empfinden um eher kraftbetontes Yoga mit längeren statischen Halteübungen handelt und die Einheiten mit 60 Minuten auch recht lang sind und sich meist recht intensiv mit einer bestimmten Übungsthematik beschäftigen. Ich habe in der Vergangenheit meist ein etwas sanfteres Yoga geübt, dass außerdem mehr dynamische Yoga-Flows beeinhaltete (was ich deutlich weniger anstrengend finde). Deswegen fand ich die Reihe beim ersten Durchüben jedenfalls extrem anstrengend und ich war öfters mal an einem Punkt, wo ich dachte, ich sterbe gleich ab 😉 Im letzten halben Jahr habe ich vermehrt Fitnesstraining im Kraft-Ausdauerbereich gemacht und beim 2. Üben der DVD-Reihe finde ich sie nun nicht mehr ganz so anstrengend, aber immer noch gut fordernd und eindeutig anstrengender als z.B. die als „Fortgeschritten“ eingeordneten Workouts bei meinem Online-Fitness-Center.

Deswegen würde ich diese DVDs eher für im Yoga Bereich mindestens fortgeschrittene Anfänger empfehlen oder alternativ für Yoga-Anfänger, die aus anderen Sportbereichen eine hohe Grundfitness und ein gutes Körpergefühl mitbringen. Für wirkliche Anfänger oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen würde ich zum Einstieg einen „richtigen“ Anfänger-Yoga-Kurs in einem Yoga-Studio empfehlen (ich halte sowieso generell wenig davon sich neue Sportarten komplett über DVDs oder Bücher selbst beizubringen, weil das Risiko gesundheitsschädliche Fehler bei der Ausführung einzugehen meines Erachtens einfach zu hoch ist), bei dem ein Lehrer vor Ort Fehler korrigieren kann. Wenn man dann 1-2 Jahre Yoga-Erfahrung hat, sind diese DVDs dann sicher genau das Richtige. Davon abgesehen finde ich diese DVD-Reihe aber absolut empfehlenswert, wenn man eine fundierte und ausführliche DVD-Reihe sucht, die den Fokus Körperübungen hat.

Allgemein

Mein Soundtrack of 2015

Seit ich (seit etwa einem Jahr) wieder mit dem Auto zur Arbeit fahre, verbringe ich wieder deutlich mehr Zeit mit dem Hören von Musik. Ich bin zwar schon immer ein großer Musik-Fan, aber in den letzten Jahren bin ich meist und viel mit dem Zug zur Arbeit gefahren und hab mich auf der Fahrt dann doch eher mit Lesen beschäftigt. Da ich mit Hörbüchern aber nicht viel anfangen kann (ich habe das letztes Jahr mal erprobt, bin aber in die Sache nie richtig reingekommen), verbringe ich die Zeit im Auto (dank Berufsverkehr auf der A8 gerne um die anderthalb Stunden am Tag :-P) meist mit dem Hören von Mp3s.

Radio höre ich gar nicht, da es mir tierisch auf den Wecker geht (immer die gleichen Chart-Hits, pseudo-künstlerische jammerige deutsche Pop-Musik mit „ich kann die Welt nicht ertragen“ oder „schmalzige Liebe“ Texten, Werbung, ständig Nachrichten, Verkehrsinfos, doofe Gewinnspiele, Werbung und überdrehte gut gelaunte Radiomoderatoren am frühen Morgen, ich bin dagegen geradezu allergisch und vor allem SWR3 finde ich ist eher eine Krankheit als ein Radiosender). Und da ich, weil ich wieder viel mehr Musik höre, auch wieder viel mehr Musik kaufe, möchte ich hier mal meine persönlichen Highlights von 2015 vorstellen. Das sind teilweise Alben, die auch 2015 veröffentlicht wurden und teilweise ältere Alben, die ich 2015 entdeckt habe (da ich ja kein Radio höre, schaffe ich es öfters „neue“ Künstler zu entdecken, die grade ihr 6. Studioalbum rausgebracht haben oder so).

Hier also meine persönliche Top 12 von 2015 (eigentlich hätte es eine Top 10 Liste werden sollen, aber ich bin halt schlecht im Streichen):

  1. Helene Fischer – Farbenspiel Live – die Stadiontournee – Helene hat es ja irgendwie geschafft mich mit einem derartigen Fan-Virus zu infizieren, der sogar noch meine Teenie-Begeisterung für Madonna und Guns N’Roses weit übertrifft. Und das obwohl ihre eigene Musik rein stilistisch gar nicht wirklich mein Ding ist (nein ich höre sonst keinen Schlager und es ist durchaus etwas nervig, dass man wenn man Helene CDs kauft, dann ständig Werbung für „Michelle“ – igitt! – , „Howard Carpendale“ und „Udo Jürgens“ auf Facebook eingeblendet kriegt…nein ich möchte keinen Udo Jürgens Schoko-Adventskalender kaufen 😛 – was es alles gibt 😀 )  und sie ansonsten auch gerne Songs singt, die ich eigentlich nicht mag (kitschige Disney-Musical Songs, Cover-Songs von Künstlern, die ich nicht ausstehen kann – wie Bryan Adams oder Bon Jovi und Power Balladen die man im Original schon 50 000 x zu oft gehört hat wie „My Heart will go on“ oder „The Power of Love“). Irgendwie schafft sie es aber immer, dass ich das Ergebnis davon sogar geil finde, wenn ihr das bei mir so gelingt und das repräsentativ ist, ist ihr überwältigender Erfolg nicht verwunderlich. Das Live-Album der Stadiontournee finde ich genial, weil Helene live einfach klasse singt (bei 90% aller anderen Künstler sind Live-Alben eher ernüchternd…), die Arrangements ihrer Live-Songs immer genial sind und ich bei der Stadion-Tour live dabei war und das Album somit eine tolle Erinnerung darstellt. Außerdem hat es Helene bei dieser Tournee tatsächlich mal geschafft auch bei den Cover Songs so halbwegs meinen Geschmack zu treffen (z.B. ist „The Rose“ von Bette Midler eins meiner absoluten Lieblingssongs).
  2. Janet Jackson – Unbreakable – der 2. Platz kam für mich etwas überraschend, da ich Janet Jackson gar nicht mehr groß auf dem Schirm hatte. Ich mag aber ihre Alben aus den 80ern sehr gerne und auch eins ihrer etwas neueren Alben („The Velvet Rope“, wahrscheinlich auch schon 20 Jahre alt oder so), aber nachdem ich eine etwas merkwürdige Rezension zu ihrem Album bei Spiegel Online gelesen habe, die mich zumindest auf das Album aufmerksam gemacht hat, hab ich mir das gleich gekauft und ich muss sagen, ich finde es richtig richtig geil. Tolle Mischung aus eher chilligen Songs, typischem „Jackson-Sound“ und extrem angenehm zu hören. Vermutlich fehlt auf der CD ein „großer Hit“, aber dafür sind fast alle Songs gut und ich höre das Album grad rauf und runter.
  3. Jennifer Rostock – Schlaflos – „Jennifer Rostock“ ist meine absolute deutsche Lieblingsband im Moment und „Schlaflos“ ist meiner Meinung nach ein absolutes Ausnahmealbum, allein „KBAG“ habe ich dieses Jahr vermutlich 1000x gehört. Geile Mischung aus ernsthaften Songs (wie „Schlaflos“, der richtig unter die Haut geht) und Songs die richtig abrocken und Spaß machen (wie „Wenn der Vodka 2x klingelt“ und „KBAG“).
  4. Madonna – Rebel Heart – Ich bin ja schon seit Jahrzehnten Madonna Fan. Alle ihre Alben und Touren der 80’er und 90’er finde ich absolut genial und auch vieles aus dem neuen Jahrtausend. Die letzten Jahre waren dann aber doch etwas zäh und ihre letzten beiden Studioalben fand ich tatsächlich auch mit viel Fan-Wohlwollen nicht wirklich gut. „Rebel Heart“ ist aber definitiv eine Kehrtwende und wirklich wirklich gut und für mich mal wieder ein Highlight.
  5. Nena – Oldschool – Noch eine „alte Heldin“, ich mag Nena ja schon immer (sie reiht sich nahtlos in die lange Liste von Promis ein, die ich total mag und sonst fast keiner – ich mag neben Nena z.B. auch Katja Riemann und sogar Sylvie Meis) und nachdem sie ähnlich wie Madonna längere Zeit eher durchwachsene Alben rausgebracht hat, finde ich Oldschool mal wieder richtig toll. Vor allem das selbstironische und etwas zickige „Berufsjugendlich“ hat es mir angetan.
  6. Shelby Lynne – I can’t imagine – ich habe schon lange eine Vorliebe für amerikanische Country Musik. Shelby Lynne ist in Deutschland relativ unbekannt, aber ich mag ihre warme Country typische Stimme sehr gerne und sie macht ruhige gechillte Country/Folk-Pop Musik.
  7. The Essential Dixie Chicks – Die Dixie Chicks sind mal wieder so eine Band, die ich besonders spät entdeckt habe (natürlich hatte ich schon von Ihnen gehört, aber mich nie mit ihrer Musik beschäftigt), nämlich als es sie schon gar nicht mehr gab. Aber sie machen richtig geile Country Musik, Old School und schnörkellos. Außerdem haben sie den Mut bewiesen sich mit George Bush und seiner Politik anzulegen.
  8. Johnny Cash: American III Solitary Man – Johnny Cash finde ich schon ewig toll und ich habe schon Einige seiner Alben. Dieses  Jahr kam „Solitary Man“  hinzu, ein Spätwerk, das ich aber besonders gelungen finde. Und wer einmal „One“ von Johnny Cash gehört hat, wird sicher nie mehr die U2 Version hören.
  9. Sia – Some People Have Real Problems – Sie hatte dieses Jahr großen kommerziellen Erfolg mit ihrem Album „1000 Forms of Fear“, aber ich muss sagen, dass mir ihre älteren Alben deutlich besser gefallen, da sie etwas origineller und alternativer waren und stilistisch mehr mein Ding. Von den 4 Alben, die ich von ihr gekauft habe, ist „Some People have real Problems“ mein absoluter Favorit. Geht eher in die Richtung Jazz/Electro/Soul/Pop und ist nicht so kommerziell Mainstream-Pop-mäßig produziert wie ihre aktuelle Musik. Ihre verwaschene Art zu singen muss man aber mögen, ich find’s irgendwie geil.
  10. Jessie J – Sweet Talker – Nach dem ganzen Country geht’s deutlicher poppiger und moderner weiter. Jessie J hat Power, ihre Musik ist richtig geil zum Dampf ablassen und tanzen (man darf bloß nicht den Fehler machen die Texte zu übersetzen, dagegen sind Helene Fischer Texte Literatur ;-)).
  11. Leslie Clio – Eureka – Leslie Clio ist eine deutsche Pop-Sängerin, die Englisch singt und es völlig überzeugend schafft dabei nicht wie eine deutsche Pop-Sängerin zu klingen, die englisch singt und die richtig gute Soul/Pop Musik macht. Leider finde ich ihr 2. Album „Eureka“ trotzdem nicht ganz so gut wie das erste, da es deutlich „mainstreamiger“ geworden ist und etwas von dem Besonderen verloren gegangen ist, das ihr erstes Album ausgemacht hat, aber es ist immer noch ein richtig nettes Album.
  12. Udo Lindenberg: MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic (Doppelzimmer Edition)- Udo Lindenberg ist irgendwie so jemand den es seit meiner Kindheit schon immer gibt. Ich hab ihn aber nie groß beachtet, dann aber vor ein paar Jahren hat mir „Stark wie zwei“ als Album gut gefallen und seitdem höre ich ihn richtig gerne. Sein Musical würde ich auch gerne sehen. Aus irgendwelchen Gründen stört mich sein nuscheliger Gesangsstil auch kein bisschen (wohingegen ich Herbert Grönemeyer deswegen kaum hören kann). Das MTV Unplugged Album ist toll, weil auch ein paar richtig geile Duette drauf sind, mit Künstlern, die ich auch sonst toll finde wie Jennifer Weiss von Jennifer Rostock, Inga Humpe und Alina Süggeler von Frida Gold). Meine Lieblingssongs von dem Album sind „Horizont“, „Ein Herz kann man nicht reparieren“ und „Cello“.
Allgemein

Urlaub am Wilden Kaiser – Impressionen

Dieses Jahr war ich also – mit 3 Freundinnen – zum ersten Mal im Urlaub im Tirol. Genau genommen eigentlich auch zum ersten Mal überhaupt in Österreich, zu mehr als ein paar Durchfahrten auf dem Weg nach Ungarn hat es bisher nämlich leider nicht gereicht, obwohl das Land für mich als Berg-Fan eigentlich ein total offensichtliches Reiseziel sein müsste. Ziel unsrer Reise war Going am Wilden Kaiser. Dorthin reisen in der Regel wohl vermutlich vor allem Wanderer und Bergdoktor-Fans. Den „Bergdoktor“ hab ich zwar eigentlich noch nie so richtig gesehen (gelegentlich mal 10 Minuten Ende davon, wenn danach im ZDF was anderes kam), aber um die wichtigsten Eckdaten und Charaktere zu kennen reicht das eigentlich sowieso schon 😉

Hier ein paar Urlaubseindrücke in Stichworten 🙂

Wandern

Berge

Zum Wandern ist diese Region sehr gut geeignet. Von der Schwierigkeit her würde ich es mit dem Allgäu vergleichen, es gibt sicherlich viele Möglichkeiten sowohl im Flachland gemütlich zu wandern als auch etwas anspruchsvoller auf dem Berg. Mein Highlight des Urlaubs war die Wanderung entlang der Streif/des Hahnenkamm-Rennens, also praktisch entlang der Abfahrtsstrecke vom Gipfel bis zum Ziel. Die Wanderung verläuft teilweise genau auf der Abfahrtsstrecke, teilweise daneben und immer wieder kreuzend und man kann alle „Stationen“ besichtigen.

Streif

Das Beste daran war, dass ich trotz der 2-3 Stunden bergab überhaupt keine Probleme mit meinen Knien bekommen habe. Bis letztes Jahr war das komplett anders, da habe ich vom Wandern an sich und vom bergab wandern erst recht starke Knieschmerzen bekommen. Ich habe schon das ganze Jahr bemerkt, dass meine Knie durch das High Intervall Kraft-Ausdauer Training auch beim Joggen viel belastbarer geworden sind, aber das es so viel ausmacht hätte ich nicht gedacht. Ich hab also gar keine Knieprobleme, ich war immer nur zu unsportlich!

Unterkunft

Das Hotel war sehr schön, wir hatten ein „Suite“ für 4 Personen, die sehr großzügig war, mit 2 Bädern und 2 Schlafzimmern. Der einzige Wehrmutstropfen, es war sehr dunkel und hatte keine vernünftigen Spiegel, was spätestens beim Kontaktlinsen einsetzen und beim Schminken sehr unpraktisch ist…aber das war auch der einzige Wehrmutstropfen. Zum Hotel gehörten ein Pool, ein Whirl-Pool, ein Schwimmbad, ein Saunabereich, Massageangebote, da lässt es sich also aushalten.

Musik

Auch musikalisch gab es einige Erkenntnisse. Das Hotel schien für die musikalische Untermalung die CD „Die 100 abwegigsten Schlager und Volksmusik-Songs – kennt garantiert keiner“ angeschafft zu haben. Manche Songs waren so obskur, nicht mal googeln brachten den Interpret ans Licht. Gut ab und zu war mal was dazwischen, das man kennt. Aber in den meisten Fällen nicht unbedingt kennen möchte. Mein Fazit: Zwischen Helene Fischer und sonstigem modernem Schlager klafft eine Qualitätslücke so groß wie das Universum. Genauso zwischen Gabalier und sonstiger Volksmusik. Sonstiger moderner Schlager klingt alles gleich. Und langweilig. Und austauschbar. Dass ich nur Helene und Uralt-Schlager höre, hat also sehr gute Gründe.

Textlich lassen sich aber durchaus Perlen finden. Meine Highlights waren „Der Herrgott liebt die Volksmusik“, „Kinder mit weißen Haaren“, „Die Uschi hat eine schöne…Mähne“, „Wärst Du eine Träne in meinen Augen, ich würde dich nicht weinen, um dich nicht zu verlieren“ 😀

Alleinunterhalter

Der Björn…sicherlich unvergesslich, was ja auch eine Leistung gibt. 5 versaute Kalauer auf 1 Lied, 3 Stunden lang. Die schlechtesten Versionen von „Die Hölle morgen früh“ und von „Schickeria“, die man sich nur vorstellen kann. Sogar den Helene-Florian Witz kannte ich schon von Instagram (Silberfischchen, haha). Die wirklich volkstümlichen Lieder hat er ganz ok gesungen, aber das war’s dann auch schon…aber der Unterhaltungswert war nicht zu verachten. Ich möchte bloß nicht wissen was für wichtige Informationen in meinem Gehirn jetzt für immer durch schlechte versaute Witze ersetzt wurden 😀

Essen

Die traditionelle Tiroler Küche wäre auf Dauer nichts für mich. Ist zwar irgendwie lecker (Tiroler Gröstl z.B.), aber 3 Gabel Kässpatzen führten bei mir gleich wieder zu einem 3tägigen Völlgefühl. Außerdem passt die Tiroler Küche glaube ich nicht unbedingt hundert prozentig zu der Gymondo-Low-Carb Ernährung 😉 Das Beste an der Tiroler Küche ist definitiv Griebenschmalz. Von Schmalzbrot könnte ich mich problemlos jeden Tag ernähren. Ansonsten war das Essen im Hotel aber sehr in Ordnung, vor allem die Hauptspeisen waren sehr lecker, sowie das Barbecue-Buffet.

Einkehr

Das absolute Highlight definitiv das „Cafe Monika“ in Ellmau. Zielsicher strebten wir das vermutlich einzige Rauchercafe in Ellmau an. Mit putzigem 60er Jahre Einrichtungs-Charme und skurrilen Persönlichkeiten drin. Definitiv ein Erlebnis. Und der Apfelstrudel war wirklich lecker. Der Latte Macchiato nicht so. Erstaunlich immer wieder: vor 10 Jahren oder so war es völlig normal, dass in jedem Lokal geraucht wird. Heute findet man es völlig abartig (ich bekam auch gleich etwas Kopfweh und Übelkeit), sogar die einzige Raucherin in unsrer Runde war vom Geruch nach kaltem Rauch abgeschreckt. Das Rauchverbot ist definitiv ein Beispiel für: „Früher war NICHT alles besser!“.

Ansonsten haben wir einige Bergstation-Restaurants ausgenützt, mein Highlight war dabei das Kürbis-Ingwer-Schaumsüppchen auf der Bergstation in Kitzbühel:

Hoch Kitzbühel

Chillen

Auch was Erholung angeht war der Urlaub nicht zu verachten.  Das Wetter war gut genug, dass wir sogar einen Nachmittag im Bikini am Pool verbringen konnten. Und das Hallenbad haben wir auch einmal benutzt, für mich als Hallenbad-Hasser (und Schwimmen an sich mag ich ja auch nicht) sozusagen ein Rekord.

Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Selbstverständlich haben wir NICHT jeden Tag einen Verdauungsschnaps vom Schnapsmobil getrunken. Naja gut, genau genommen doch, aber als Schwabe gehört sich das. So zumindest der Eindruck, den man gewinnen konnte, wenn man die gesamten Hotelgäste beobachtet hat. Mein Favorit war „Haselnuss mit echter Haselnuss drin“. Außerdem: abartig aber irgendwie trotzdem gut, der „Bergteufel“.

Cocktails (von schwankendem Alkohol und Zuckergehalt, je nach Mixer) haben wir aber wirklich nicht jeden Tag getrunken. Sondern nur an 5 von 7.

Alkohol

Tiere

Knuffige Alpakas…wilde Kühe beim Almabtrieb…niedliche, aber geruchsintensive Ziegen…überdurchschnittlich süßes Kälbchen.

Kälbchen

Bergdoktor

Wir haben die „Film-Praxis“ des Bergdoktors besichtigt. Von sehr vielen Rentnern überlaufen und mit einer Einrichtung und medizinischem Gerät, das schon in den 50er Jahren veraltet gewirkt hätte. Meine Freundin S. meinte im Fernsehen sieht das nicht ganz so altmodisch aus. Zu dem „Bergdoktor-Hof“ musste man eine Stunde zu Fuß einen Berg hochwandern, deswegen war dieser Drehort deutlich weniger überlaufen. Für 5 Euro konnte man den Drehort besichtigen (und bekam einen Schnaps dazu). Das war sehr faszinierend, egal ob man die Serie kennt oder nicht, denn dabei handelt es sich um ein 400 Jahre altes Bauernhaus, das schon allein deswegen interessant war (wie ein Bauernhof-Museum), aber auch die Kulissen-Möbel aus der Serie waren interessant (deutlich verstaubter als ich erwartet hätte, aber vermutlich wird sowas nur dann hergerichtet wenn es mal wieder aktiv gefilmt wird, was bei Bücherregalen oder ähnlichem vermutlich nicht besonders oft vorkommt). Ansonsten ist es in der Realität völlig undenkbar, dass heutzutage noch jemand in diesem Haus wohnt, denn es gibt nicht mal fließend Wasser.

Bergdoktor

Städte

Kitzbühel hat mir gut gefallen, ein nettes kleines Städtchen in dem wir die Innenstadt und 2 Kirchen besichtigt haben und dann auf den Berg gefahren sind um die Streif zu besichtigen.

Kitzbühel

Am letzten Tag stand noch ein kurzer Ausflug nach Kufstein auf dem Programm, da hat mir die (kleine) Altstadt und die Festung auch gut gefallen, vor allem das kleine Gässchen hinter der Festung mit putzigen Restaurants. Bloß zu einer Besichtigung der Festung hatte niemand so richtig Lust (ich war an dem Tag auch irgendwie faul und schlapp).

Anreise und Abreise

Total smooth und ohne Stau und das trotz A8. Zwar wurde bis zu unsrer Heimfahrt auch unsre Grenze zu Deutschland kontrolliert, aber es sah nicht so aus, als ob da besonders viele Autos oder LKWs angehalten wurden. Das wäre auch logistisch gar nicht möglich. Es gibt an der Grenze auch gar keine Grenzgebäude oder ähnliches mehr, so dass die Grenzkontrolle aus einer provisorischen Fahrbahnverengung nach dem Übergang zu Deutschland bestand, mit 2 Polizisten und 2 Autos auf der Straße und aus einem Zelt mit ein paar Beamten auf dem daneben liegenden Tankstellen-Parkplatz.

Allgemein

Pferdebuch Rezension: „Grundausbildung des jungen Reitpferdes“ von Ingrid und Reiner Klimke

Die letzten beiden Wochen habe ich ein schönes Reitbuch aus der Bibliothek ausgeliehen, nämlich „Grundausbildung des jungen Reitpferdes“ von Ingrid und Reiner Klimke. Auf den ersten Blick klingt es natürlich als ob dieses Buch nur etwas für Leute ist, die ein Jungpferd haben oder Jungpferde ausbilden, aber das ist keineswegs der Fall. Denn die Grundausbildung eines Pferdes bleibt ja unabhängig vom Pferdealter immer gleich und die meisten Freizeitreiter bleiben ja sowieso ihr Leben lang auf einem Level, der unter „Grundausbildung“ laufen dürfte. Wobei es bei diesem Buch geht ist die klassische Grundausbildung der FN im ersten Ausbildungsjahr, also der Weg von der Remonte bis zu der Befähigung eine solide A-Dressur gehen zu können, bzw. ein A-Springen und ein A-Geländeritt (und um ehrlich zu sein, die Anzahl der Freizeitpferde, die das tatsächlich jemals erreichen, dürfte gar nicht mal so groß sein und innerhalb eines Jahres schon gar nicht). Von dem her kann man von den Inhalten dieses Buches als Freizeitreiter vermutlich sein ganzes Reiterleben lang gut zehren.

Und obwohl die Ausbildung des Pferdes im Mittelpunkt steht, werden in diesem Buch die zu vermittelnden Inhalte (Bahnfiguren, Lektionen und die Skala der Ausbildung) sehr gut und anschaulich erklärt inkl. schematischer Bebilderung von Bahnfiguren und Cavaletti- und Sprungaufbauten, so dass sich das Buch auch als Nachschlagewerk für Reiter gut eignet. Es ist auch ein gutes Buch wenn einem die FN-Richtlinien zu theoretisch und trocken sind, denn diese werden in diesem Buch kompakt auf den Punkt gebracht. Inhaltlich stehen die Dressurausbildung, Cavaletti Arbeit, Springen und Geländeritte (Vielseitigkeit) im Fokus.

Zu dem Buch gibt es auch eine entsprechende DVD-Reihe, die sicherlich auch sehenswert ist:

Ich habe ja in letzter Zeit auch viele DVDs und Bücher von Uta Gräf geschaut und gelesen. Im Vergleich zu Uta Gräf ist die Arbeit der Klimkes mit den Pferden deutlich konservativer, vor allem was die Arbeit vom Boden und das Longieren angeht, da arbeitet Uta Gräf bzw. ihr Ehemann ja eher „FN-fern“ mit vielen Elementen aus dem Natural Horsemanship und z.B. auch mit früher Arbeit am Langzügel. Bei den Klimkes ist in der Vorbereitung auch alles ganz klassisch nach FN, also das Longieren. Beide Wege führen aber ganz offensichtlich zu hervorragend gerittenen zufriedenen athletischen Pferden, denen man die Lebensfreunde und die Freude an der Arbeit am Gesichtsausdruck ablesen kann. Für mich sind beide Reiterinnen Vorbilder, in der Art und Weise wie sie es schaffen im großen Sport trotzdem klassisch auszubilden und in der Art und Weise wie sie mit Ehrgeiz, Disziplin und trotzdem viel Spaß an der Sache das Reiten zu ihrem Beruf gemacht haben.

Bei Ingrid Klimke merkt man auch am Schreibstil, dass sie eher der ernsthafte disziplinierte und nüchterne Typ ist (ich denke viele der Formulierungen stammen auch noch von ihrem Vater, was die oft etwas altmodische Ausdrucksweise erklären dürfte). Bei Uta Gräf hingegen merkt man auch schon am Schreibstil, dass sie eher ein quirliger verspielter Typ ist (trotz der sicher genauso ausgeprägten Disziplin), so dass die Begeisterung und die Leichtigkeit in Uta Gräf’s Büchern eher rüber kommt. Trotzdem finde ich Bücher von beiden sehr angenehm zu lesen. Ingrid Klimke’s Buch ist besser darin Basisarbeit und Grundlagen zu beschreiben, während Uta Gräfs Bücher inhaltlich meistens eher nach der Grundausbildung ansetzt, weswegen sie für Freizeitreiter weniger konkret Umsetzbares enthalten, dafür aber sehr viel Inspiration.

Egal was für einen Stil man da beim Lesen bevorzugt, wenn es darum geht gute Büchern über die klassische FN Reitweise zu lesen, würde ich jederzeit Bücher und DVDs von den Klimkes oder von Uta Gräf empfehlen. Das Buch von Ingrid Klimke ist vielleicht nichts für Menschen, die einen sehr lockeren und verspielten eher Roman-artigen Schreibstil bei Sachbüchern mögen, denn die Bücher der Klimkes sind wie gesagt schon eher altmodisch formuliert und knapp auf den Punkt gebracht. Ein Kapitel in dem Buch hat mir auch nicht so gut gefallen, bei der Beschreibung der Paraden wird noch der eher altmodische und irreführende Begriff „Kreuz anspannen“ verwendet, der oft zu Missverständnissen bei Reitanfängern (und auch fortgeschrittenen) Reitern führt. Auch fand ich das Kapitel übers „an den Zügel stellen“ nicht besonders verständlich formuliert, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass das generell extrem schwierig zu beschreiben ist und diese Themen in diesem Buch doch eher knapp gehalten sind.

Besonders gut gefallen hat mir das Kapitel über Cavaletti-Arbeit, dazu hat Ingrid Klimke ein komplettes Buch geschrieben, da könnte ich mir gut vorstellen, mir das in Zukunft als Nachschlagewerk zu bestellen. Da Ingrid Klimke ja Vielseitigkeitsreiterin ist, nehmen Springen und Gelände (damit ist nicht Ausreiten gemeint, sondern Geländesprünge aus der Vielseitigkeit 😉 ) auch einen großen Teil des Buches ein. Das ist für mich jetzt nicht so praxisrelevant, denn mit einem Ex-Hufrehe-Pony wird es wohl keine große Springkarriere mehr geben (und für Geländesprünge wäre ich glaube ich auch zu ängstlich ;-)). Aber ich fand diese Kapitel trotzdem sehr interessant. Und zumindest virtuell ist das ja schon geil:

Ganz besonders positiv herauszuheben sind noch die Fotos in diesem Buch, den fast jede Seite ist mit einem oder mehreren Reitbildern von Dressur, Geländesprüngen, Cavaletti-Arbeit und Springen bebildert und praktisch jedes Bild in diesem Buch ist einfach perfekt. Insgesamt erhält das Buch von mir auf jeden Fall eine Empfehlung, vorausgesetzt man mag schnörkellose und eher konservative Reitbücher und möchte ein gutes Buch über die klassische Ausbildungsskala der FN lesen.

Bücher

Meine Lieblings-Kinder und Jugendbücher – Teil 1

Aufgrund der netten Inspiration von Stefka (Stefka bloggt) möchte ich ihre Idee aufgreifen und meine Lieblings Kinder- und Jugendbücher hier vorstellen. Ich habe schon als Kind immer  extrem viel und extrem schnell gelesen und damals auch gerne mehrere Bücher gleichzeitig (die lagen dann auf einem hohen „lese ich gerade Stapel“ neben mir auf dem Sofa 😉 ). Da ich es nicht geschafft habe, eine Top 10 meiner Lieblingskinderbücher zu erstellen (der Stapel mit den Top 10 bestand nach erster Sichtung aus 21 Büchern), werde ich in diesem Thema erst mal einige meiner Lieblings-Kinderbuchautoren vorstellen, die Autoren von denen ich als Kind praktisch alle Bücher verschlungen habe:

Astrid Lindgren

Astrid Lindgren bleibt für mich vermutlich DIE Kinderbuchautorin schlechthin. Ich liebe fast alles was sie geschrieben hat und alle ihre Bücher kann man auch als Erwachsene noch lesen und sie bleiben weiterhin speziell und wunderbar. Ich konnte mich für fast alle Bücher von Astrid Lindgren begeistern (es gibt ein paar wenige, die ich gar nicht mag, wie z.B. „Karlsson vom Dach“, den Typen fand ich immer total gruselig…und ein paar die nie so richtig mein Ding waren wie „Ronja Räubertochter oder die ich einfach nie gelesen habe, aber im Großen und Ganzen finde ich ihr Gesamtwerk großartig), aber auch von ihr habe ich Favoriten, die da sind:

  • „Wir Kinder aus Bullerbü“: Als kleines Kind konnte ich mir nichts Schöneres vorstellen als in einem „Dorf“ (wenn man 3 Höfe als Dorf bezeichnen kann) wie Bullerbü zu wohnen. Die Geschichten der Kinder aus Bullerbü sind einfach mit so viel Liebe und Humor erzählt. Ich mag auch die Verfilmungen unheimlich gerne. Ich denke meine Liebe zu Skandinavien wäre ohne diese Bücher vermutlich nicht so entstanden 😉
  • „Madita“ ist eine meiner Lieblings-„Heldinnen“ aus Astrid Lindgrens Geschichten, vielleicht gerade weil sie (und auch ihre kleine Schwester) keine typischen Heldin ist, keine nettes braves Mädchen, sondern ein Mädchen, das irgendwie ständig aneckt und gar nicht so „nett“ ist. Gerade das macht ihre Geschichten besonders liebenswert und realistisch. Und auch bei dieser Geschichte LIEBE ich die Verfilmungen (es gibt an Weihnachten ja nichts tolleres als die Astrid Lindgren Verfilmungen, die gerne jedes Jahr wiederholt werden)
  • „Kalle Blomquist“: einfach tolle Detektivgeschichten, die für mich richtig spannend waren. Eine der Geschichten (die mit dem Mord) fand ich sogar ein bisschen heftig gruselig als Kind. Ich sehe es sowieso als eine der großen Stärken von Astrid Lindgren an, dass sie spannende und schöne und traurige und leichte und schwere Bücher schreiben konnte und eigentlich alles gleich gut.
  • „Die Brüder Löwenherz“: dieses Buch habe ich als Kind nur einmal gelesen, da ich es einfach so furchtbar traurig fand (kein Wohlfühl-Buch das man immer und immer wieder lesen kann). Ich habe es vor einigen Jahren als Erwachsene wieder gelesen und fand es einfach unfassbar gut, aber immer noch furchtbar traurig. Und ich finde es ist ein sehr mutiges und wichtiges Thema für ein Kinderbuch.
  • „Pippi Langstrumpf“: Der Klassiker schlechthin 😉 Ich muss zugeben, dass ich die Bücher zwar gerne haben, aber dass für mich Pippi Langstrumpf für immer Inger Nilsson bleiben wird. Sie ist einfach so sehr „Pippi Langstrumpf“, dass das einer der wenigen Geschichten ist, wo ich wirklich die Verfilmung noch mehr mag als die Bücher. Und ich kann mir niemand anderen in der Rolle vorstellen.
  • „Mio mein Mio“: Auch das wie „Die Brüder Löwenherz“ ein eher schwermütigeres Buch von Astrid Lindgren, dessen Faszination mich erst mit den Jahren gepackt hat. Als Kind mochte ich diesen Roman nicht so besonders, aber als Jugendliche und Erwachsene fand ich ihn sehr sehr gut.

Wer sich übrigens für das Gesamtwerk von Astrid Lindgren interessiert und dicke Schmöker mag, dem kann ich das Buch „Zum Donnerdrummel!“ empfehlen, ein 1000 seitiges Werksporträt zu Astrid Lindgren, das mit wirklich viel Liebe und Hintergrundinfos und schönen Illustrationen daher kommt.

Wenn es einen Kinderbuchautor gibt, den ich genauso gut finde wie Astrid Lindgren, dann ist das:

Erich Kästner

Erich Kästner ist für mich einer der besten deutschen Schriftsteller, egal ob es um Kinder- oder um Erwachsenenbücher geht.

Meine Lieblingskinderbücher von ihm sind „Emil und die Detektive“, „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Pünktchen und Anton“. „Das doppelte Lottchen“ hat mir durchaus auch gefallen, kann aber nicht ganz mit den anderen drei mithalten 😉 Wie auch bei Astrid Lindgren habe ich bei ihm auch die Verfilmungen seiner Romane sehr geliebt. Mein Favorit ist hierbei die Verfilmung von „Das fliegende Klassenzimmer“ aus dem Jahr 1973 (die mit Joachim Fuchsberger). Wie ich irgendwann im Internet erlesen habe, gilt diese als die schlechteste Verfilmung. Mir egal, ich find sie toll 😀

Und um den Eindruck zu verstärken, dass ich als Kind am Liebsten Bücher gelesen habe, die schon zu der Zeit Jahrzehnte alt waren 🙂 , kommt hier noch eine Autorin, die vermutlich noch altmodischer daher kommt als Astrid Lindgren und Erich Kästner:

Else Ury

Else Ury ist 1877 geboren und ihre Bücher sind vermutlich aus heutiger Sicht zumindest auch nicht NOCH altmodischer als in den 80ern als ich sie gelesen habe. Ihr bekanntestes Buch ist vermutlich „Nesthäkchen“, das ich auch im Bücherregal habe, aber meine absolute Liebe als Kind galt ihrer „Professors Zwillinge“ Reihe, diese ist ursprünglich in den 20er Jahren erschienen und umfasst 5 Bände. Die habe ich als Kind mehrfach verschlungen. Darin wird das Leben der Zwillinge Suse und Herbert (im ersten Band noch „Mädi“ und „Bubi“ 😀 ) von der Kindergartenzeit bis ins junge Erwachsenenleben geschildert. Hierbei ist die Sprache aus heutiger Sicht schon extrem altmodisch, aber mich hat das als Kind kein bisschen gestört. Aus heutiger Sicht ist das Frauenbild sicherlich auch sehr antiquiert, aber aus mir ist ja trotzdem was geworden 😉

Alle alten Bücher sind dann aber doch nicht zeitlos geeignet…

Und als Kontrast möchte ich zum Ende hin noch ein paar altmodische Kinderbücher herausgreifen, die mich als Kind doch etwas verstört haben, das wären:

  1. Der Struwwelpeter: Aus meiner Sicht ein grausliges moralisch fragwürdiges Machtwerk, das nur dazu diente, Kinder zu erschrecken und einzuschüchtern. Fand ich als Kind schon schrecklich und ich hoffe mal, dass es heute keine Eltern mehr gibt, die das ihren Kindern ernsthaft kaufen. Ich glaube als ich klein war, hat man das allen Kindern gekauft, weil man das halt so gemacht hat 😛
  2. Johanna Spyri – Gritlis Kinder Reihe: Johanna Spyri ist sicherlich am Bekanntesten als Autorin von „Heidi“. Ihre Reihe um „Gritli“ und „Gritli’s Kinder“ habe ich von meiner Oma geerbt. Mit den Büchern an sich ist eigentlich soweit alles in Ordnung, bloß stirbt gefühlt in jedem Buch ein Kind sehr realitätsnah beschrieben an Schwindsucht, nachdem es ewig blut hustend im Bett dahin gesiecht ist. Das fand ich als Kind dann doch etwas sehr verstörend, wenn auch für die Zeit des Romans sicherlich sehr realistisch…

Im nächsten Blogpost geht’s dann weiter mit mehr Kinderbüchern, ein paar sind vermutlich sogar nach dem 2. Weltkrieg veröffentlich worden 😉

Allgemein

Reiten lernen – in Theorie und Praxis

Da ich meine bisherige Urlaubswoche weitgehend damit verbracht habe mich über dumme Menschen zu ärgern und nachdem mein Plan heute ein paar nette Reitbilder zu machen daran scheiterte, dass ich mal wieder keine Speicherkarte in meine Kamera getan habe, hab ich mir gedacht, ich mach stattdessen mal was Schönes Eremit-mäßiges ganz ohne Menschen. Ich sortiere meine Lieblings-Pferdebücher und Reit-DVDs aus meiner Sammlung, damit ich die alle zusammen ins Regal stellen kann. Das kann ja nicht so lange dauernd, dachte ich…

Der erste Zwischenstand sah dann mal so aus:

Pferdesammlung

Hierzu sei gesagt, dass ich einige meiner Pferdebücher an meine Mutter ausgeliehen habe, das sind also keineswegs alle…und dann ist da noch die Vermutung, dass irgendwo bestimmt noch eine Kiste ist an die ich nicht gedacht habe 😀

Einige Zeit später hatte ich dann 3 Stapel: Links die „Must-Reads“, in der Mitte die „schon gut, aber irgendwie liest man die doch höchstens einmal“ und „Bücher, die man eigentlich doch nicht braucht“. Immerhin ist der „Must-Read“ Stapel knapp der Höchste, also hab ich gar nicht mal so viel Geld verschwendet 😉 Im Hintergrund noch 2 besonders „schöne“ Bände, ein toller „Islandpferde“ Bildband und „Irrwege der modernen Dressur“ von Philippe Karl, das zum Nachdenken anregt.

Bücher sortiert

Jetzt wo ich die guten Bücher alle zusammen habe, werde ich im nächsten Blogpost Einige davon kurz vorstellen.

Trotz meiner Bücherbegeisterung habe ich aber über die Jahre fest gestellt, dass man aus Büchern nicht reiten lernen kann. Man kann sie benutzen, um für sich selbst zu verstehen was man Lernen möchte und um die theoretischen Hintergründe zu verstehen, aber Bekanntlich lernt man „Reiten nur durchs Reiten“ und das am Besten durch guten Reitunterricht, deswegen möchte ich erstmal all denjenigen danken, dir mir heute und in den vergangenen Jahren beim Reiten lernen geholfen haben

Gisela Gelhausen: weil noch vor wenigen Jahren jeder der mein Pony aus seiner Schulpferdezeit kennt bei Verwendung des Begriffs „Verlasspferd“ in Bezug auf sie in haltloses Gekicher ausgebrochen wäre und ich dank Gise mein Pony heute definitiv als Verlasspferd (mit Zusatz „trotzdem dem größten Dickschädel der Welt“) bezeichnen kann. Und weil ich dank ihr nun auch alleine ausreiten kann.

Karin Rauscher: die mein Pony schon länger kennt als ich selber und die sich durch besonders einfühlsamen und trotzdem strengen Unterricht und unglaublich gute Sitzschulungen auszeichnet

– Ulrike Störzbach vom Barockreitzentrum in Heimsheim fürs Beibringen von Langzügel und Doppellonge und für das Organisieren toller Fortbildungsveranstaltungen (und für die Möglichkeit mal einen Friesen und einen PRE zu reiten 🙂 ).

– Reynir Adalsteinsson, für den die Bezeichnung „isländischer Reitmeister“ wirklich angemessen ist und bei dem ich zu seinen Lebzeiten einige tolle Kurse mitreiten durfte (und dem ich sogar verzeihe, dass er mein Pony mal als „häßlichstes Pferd der Welt“ bezeichnet hat. Außerdem vermute ich, dass er wenn er noch leben würde und das Pony sportlich erschlankt ohne 100 Kilo Übergewicht sehen könnte, sich zumindest zu einem „durchschnittlichen Zottel“ durchringen könnte 😉 ). Von dem ich übrigens noch ein wundervolles Video besitze, wo er von dem 1,28m großen heutigen Verlasspferd Gletta bei der Handarbeit einmal quer durch die Reithalle gedrängt wird und ihr irgendwann „HÖRST DU ZU!!!“ ins Gesicht brüllt. Ich habe den Verdacht, dass gar nicht mal so viele Islandpferde das hingekriegt haben 🙂

reynir

Martina Funke fürs Beibringen von vernünftigem Leichttraben und für schnörkellos guten Basis-Unterricht

– Klaus Osterloh vom Islandpferdezentrum Münzenfelder Hof für die ersten Anfängerreitstunden mit Islandpferden und für die Ruhe und vermittelte Sicherheit

– Yasmin Rieser für kompetente reiterliche Hilfe im Zustand „ahnungsloser Erstpferdebesitzer“

– Ela für überdurchschnittlich guten Unterricht unter fast unmöglichen Bedingungen bei einem Pferdeverleih

– Antje für neue Impulse und Kopfarbeit

Heike Hackenjos, bei der ich wegen der örtlichen Ferne bisher nur eine einzige Longenstunde hatte, die aber so gut war, dass man deswegen glatt nach Heidelberg umsiedeln könnte

Und außer den Reitlehrern noch Special Thanks :

– an die Karl May Festspiele in Bad Segeberg, denn ohne diese hätte mein Onkel nie einen Reiturlaub in Mexiko gewonnen, hätte er nie deswegen mit dem Reiten angefangen, hätte ich nicht wegen ihm auch wieder mit dem Reiten angefangen, hätte ich jetzt nicht das allerbeste Pferd der Welt, sondern meine Reiterfahrungen würden sich auf ein paar chaotische Reiturlaube und schlechte Schulpferdeerfahrungen in meiner Kindheit beschränken

– und auch ein dickes Dankeschön, an die wahrscheinlich beste (und professionellste und pünktlichste) Masssattlerei im süddeutschen/Bodenseeraum: Equinomic und Herrn Urban Truniger, denn ohne einen gut passenden Sattel ist Reiten praktisch unmöglich (sowohl für Pferd als auch für den Reiter) und jeder der schon mal einen Sattel für ein winziges kurzrückiges rundrippiges Islandpferd gesucht hat, weiß, dass das gar nicht mal so einfach ist.

– und an Tvistur, den ganz besonderen Rabauken mit dem ich im Moment von Woche zu Woche die Anzahl der Ausritte bei denen er mich nicht in den Acker geworfen hat kontinuierlich erhöhe 🙂

tvistur

– und last but not least natürlich ein besonders dickes Dankeschön an das Allerbeste Pferd der Welt:

gletta

Liest sich jetzt alles in etwa so als hätte ich grad nen Oscar gewonnen. Kein Wunder, dass diese Dankesreden alle so lang sind. Wenn man da erstmal loslegt … 😀