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Thriller Tipp – „Wenn das Licht gefriert“ von Roman Klementovic

„Wenn das Licht gefriert“ ist ein Psychothriller des österreichischen Schriftstellers Roman Klementovic.
Vor vielen Jahr verschwand die 18-jährige Anna nach ihrer Geburtstagsparty spurlos, Tage später wurde ihre Leiche im Wald gefunden. Der Täter wurde nie gefasst, zusätzlich schien in der Gegend auch noch ein weiterer Psychopath sein Unwesen zu treiben, der immer wieder Menschen überfiel unter verprügelte.

Jahrzehnte später sind Annas Eltern immer noch nicht über den Verlust hinweg und auch Elisabeth, die Mutter von Annas bester Freundin Valerie konnte die schlimmen Ereignisse von damals nie wirklich vergessen. Dann dreht auch noch ein TV-Sender eine reisserische TV-Reportage über den Fall. Elisabeth schaut die TV-Sendung zusammen mit ihrem an Alzheimer erkrankten Mann und ist geschockt als dieser bisher unbekannte Dinge über die damalige Mordnacht erzählt. Hat er etwa etwas mit dem damaligen Mord zu tun oder sind das nur wirre Gedanken eines dementen Mannes?

Da Elisabeth nicht zur Ruhe kommt, fängt sie auf eigene Faust an Nachforschungen anzustellen und löst eine Kette von Ereignissen aus, die bald lebensgefährlich werden.

Generell habe ich mit dem Genre Thriller etwas Probleme, vor allem bei deutschsprachigen Thrillern, da diese mir oft zu reißerisch sind. Hier fand ich die Ausgangsidee aber mal richtig spannend, so dass ich dem Genre mal wieder eine Chance geben wollte. Grundsätzlich wurden meine Erwartungen auch nicht enttäuscht, die Story beginnt sehr spannend und man wird sofort in die Geschichte hineingesogen. Das bleibt im Prinzip auch so bis zum Ende, allerdings wurde es mir in Teilen dann doch wieder zu klischeehaft, da etwas zu viele konstruierte „überraschende Wendungen“ auftauchten und hier und da einiger der typischen „Frau hört nachts komisches Geräusch im Keller und geht natürlich alleine nachsehen“ Momente. So fand ich die 2. Hälfte nicht mehr ganz so stark wie die Erste, aber trotzdem war es ein sehr solider unterhaltsamer Thriller. Zu reißerisch und blutig wurde es auch keineswegs, es ist eher etwas für Leute, die es etwas subtiler mögen.

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Thriller-Tipp: „Ich beobachte Dich“

Thriller lese ich inzwischen nur noch recht selten, weil in dem Genre finde ich noch mehr als bei Krimis, dass die Handlung oft nach „Schema F“ abläuft.
Außerdem mag ich es nicht, wenn diese zu reißerisch oder blutrünstig sind.
Von Chevy Stevens hatte ich aber schon 1-2 Bücher gelesen und ihr Schreibstil und ihre eher psychologischen Thriller haben mir überdurchschnittlich gut gefallen, weswegen ich auch zu „Ich beobachte Dich“ gegriffen habe.

Die Hauptpersonen in dem Roman sind Lindsey und ihre Tochter Sophie. Lindsey war früher in einer missbräuchlichen Ehe mit dem eifersüchtigen und zu Gewalt neigendem Andrew gefangen, der ihr in den Jahren nach der Hochzeit das Leben zur Hölle machte.
Nach einigen Jahren schaffte sie es endlich ihrer Ehehölle zu entfliehen, Andrew tötete bei dem Versuch sie wiederzufinden bei einem Autounfall allerdings eine Frau und saß deswegen bisher im Gefängnis. Lindsay hat sich in den Jahren seitdem in einer kleinen Stadt an der Küste Kanadas zusammen mit ihrer inzwischen 17-jährigen Tochter Sophie ein neues Leben aufgebaut. Sie führt eine kleine Putzfirma, organisiert eine Selbsthilfegruppe für Frauen, die ähnliche Probleme haben wie sie selber und hat gerade eine neue lockere Beziehung.
Sophie hingegen ist nie wirklich über den Verlust ihres Vaters hinweg gekommen, dessen negative Seiten ihre Mutter recht erfolgreich von ihr fern gehalten hatte.
Heimlich hat sie angefangen ihm Briefe ins Gefängnis zu schreiben und als er aus dem Gefängnis entlassen wird, zieht er in den gleichen Ort wie Lindsey und Sophie.
Für Lindsey ist schnell klar, dass er es immer noch auf sie abgesehen hat, Sophie hingegen ist hin und hergerissen wem sie vertrauen soll und möchte ihren Vater unbedingt kennenlernen.

Das erste Drittel des Thrillers hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Buch springt in dem Teil zwischen den aktuellen Geschehnissen und Rückblenden auf Lindseys Ehe hin und her. Die Geschehnisse der Vergangenheit sind eindringlich und erschreckend geschildert und auch der Spannungsaufbau in der Gegenwart ist sehr beklemmend (einmal hab ich spät abends noch in dem Buch gelesen und sogar davon geträumt). In der Mitte fand ich allerdings, dass nach einer mehr oder weniger unerwarteten Wendung die Luft aus der Story erst mal etwas raus war. Der stilistische Kniff der Autorin quasi alle Charaktere die im Buch auftauchen als mögliche Bedrohung ins Spiel zu bringen, nutzt sich mit der Zeit auch etwas ab. Die Auflösung des Buches fand ich dann leider auch etwas zu vorhersehbar, allerdings nimmt es im letzten Drittel handlungstechnisch doch noch mal richtig Fahrt auf. So richtig überraschen werden die Geschehnisse erfahrene Thriller- und Krimifans aber wohl eher nicht.

Deswegen fand ich den Thriller im Endeffekt dann nur „solide“. Es wirkt etwas als hätten der Autorin etwas die Ideen gefehlt um aus dem tollen Anfang heraus etwas wirklich Kreatives zu gestalten. Für Thrillerfans ist das Buch aber sicherlich trotzdem ein guter Kauf und vom Schreibstil sind die Bücher von Chevy Stevens sowieso immer
lesenswert. Auch das das Buch abwechselnd aus Sicht von Lindsey und Sophie erzählt wurde, hat mir gut gefallen, da man so beide Charaktere intensiv kennenlernt.